Die Millionärstruppe aus der Mozartstadt wurde daheim von Schlusslicht Admira 1:0 entzaubert, schon sprechen Medien und Kritiker von einer Krise, von fehlender Motivation. Und das vor dem Schlagerspiel gegen Austria Wien am Sonntag. Wie soll man sich jetzt dafür wieder motivieren? Diese Frage ist leicht zu beantworten, denn gegen solch starke Gegner ist man automatisch motiviert; immerhin geht es um die Meisterschaft.

Wie schwer die Sache mit der Kopfarbeit ist, weiß auch die ehemalige Salzburg-Legende Adi Hütter. Gemeinsam mit Jörg Zeyringer hat der Uefa-Cup-Finalist und dreimalige Meister das Buch "Die 11 Gesetze der Motivation im Spitzenfußball" herausgebracht.

"Mentaltraining bedeutet im Sport eine Gratwanderung. Es kann natürlich negative Auswirkungen haben, wie es zum Beispiel in jungen Jahren bei Paul Scharner aufgetreten war. Das ist ein Negativ-Beispiel, das vor allem in den Medien breitgetreten wurde. Die Aktionen bei der Wiener Austria waren sicherlich extrem. Aber genauso kann man Paul Scharner als Positiv-Beispiel herziehen. Er ist sicherlich nicht der talentierteste Spieler, aber er hat es mit seiner Einstellung geschafft, sich seinen Traum von der Premier League zu erfüllen."

Zufriedenheit stellt sich zu schnell ein

Einen großen Teil dieser Entwicklung würde Adi Hütter der Kopfarbeit zuschreiben, ohne sie in Prozenten auszudrücken. Vor allem in Österreich herrscht in diesem Bereich Aufholbedarf, denn ein Fußballspiel wird schon lange nicht mehr nur noch mit den Füßen gewonnen. "In Österreich geben sich junge Spieler sehr früh mit wenig zufrieden. Wenn sie einen Profivertrag in der Tasche haben, sind sie schon zufrieden. Dabei geht es jetzt erst los", versucht Hütter mit seinem Buch vor allem die jungen Fußballer, die am Beginn ihrer Karriere stehen, zu erreichen. "Je älter du bist, desto mehr hast du selber schon erlebt. Aber als Junger brauchst du von jemanden Tipps, wie du dich in der jeweiligen Situation verhalten sollst."

Aus diesem Grund hat in diesem Buch nicht nur Adi Hütter seine Weisheiten preisgegeben, sondern es kommen auch andere ehemalige und arrivierte Fußballer wie Herbert Prohaska, Heribert Weber, Alex Zickler, Edi Glieder oder Thomas Linke zu Wort. Das Buch besticht vor allem durch die persönlichen Erfahrungen der Spieler, und wie sie mit Sieg und Niederlage umgingen bzw. umgehen. Durch die Umsetzung des Motivationspsychologen Jörg Zeyringer bleibt dieser Ratgeber nicht nur bei den Überschriften hängen und wiederkaut Gemeinplätze, sondern er geht in die Tiefe und bringt die speziellen Extrem-Situationen eines Spitzensportlers nahe.

Doch darf man nicht den Fehler begehen, der Meinung zu sein, nach der Lektüre wäre man topmotiviert, denn das Wichtigste ist die Umsetzung der Theorie.

"Das Buch ist ja auch dazu gedacht, die Eigeninitiative bei Fußballern, oder generell bei Sportlern zu fördern. Er soll sich nicht fragen, was kann der Trainer oder mein Mitspieler für mich tun, wenn es bei mir nicht läuft, sondern: was muss ich ändern?" Ein erster Schritt wäre das Lesen dieses Buchs.

Zeyringer, Jörg / Hütter, Adi: Die 11 Gesetze der Motivation im Spitzenfußball. 184 Seiten klappenbroschiert. 24,--. ISBN 3-280-05 181-9