Neapel. (art/apa) Die Erfolge gegen Borussia Dortmund sowie Lazio aus der vergangenen Saison sind ebenso passé wie der damit verbundene Einzug ins Europa-League-Halbfinale, am Donnerstag steht Salzburg neuerlich ein Höhepunkt bevor. Der österreichische Meister gastiert beim SSC Napoli (21 Uhr/Puls 4/Dazn) am Fuße des Vesuv - und will diesen auch als Auswärtsmannschaft zum Brodeln bringen. "Wir haben eine intensive Spielweise, auf das konzentrieren wir uns", sagt Mittelfeldroutinier Zlatko Junuzovic. "Wir wollen eklig sein, ihnen keine Ruhe lassen, aber auch das Spielerische auf den Platz bringen. Ich glaube auf jeden Fall, dass wir eine große Chance haben."

Junuzovic ist entgegen ursprünglichen Befürchtungen ebenso wie Stürmer Fredrik Gulbrandsen rechtzeitig für das Kräftemessen mit dem Zweiten der italienischen Serie A fit geworden, der Einsatz von Stefan Lainer indessen ist fraglich. Als einzigen Fixausfall muss Salzburgs Erfolgstrainer Marco Rose jenen von Innenverteidiger Marin Pongračić hinnehmen. Ansonsten hat er weder personell noch bezüglich der Form seiner Spieler Bedenken; die unerwartete Niederlage gegen Rapid haben die Salzburger mit dem darauffolgenden 3:0-Sieg über den WAC vergessen gemacht. "Wir sind gut drauf, wissen aber auch, dass wir in allen Bereichen noch was draufpacken müssen", sagt Rose. Soll heißen: "In jeder Sekunde total aufmerksam sein, versuchen, unser Spiel auf den Platz zu bringen. Ich glaube schon, dass wir so einem Gegner wehtun können, aber das müssen wir in allen Bereichen komplett am Limit machen. Nicht nur laufen, sondern auch sehr, sehr mutig spielen und mit dem Ball etwas anfangen."

Das wird auch nötig sein, schließlich ist Napoli in der bisherigen Saison das größte Kaliber, das sich Salzburg in den Weg stellt. Nach sechs Siegen in der Gruppenphase gegen Celtic Glasgow, RB Leipzig und Rosenborg Trondheim sowie dem Aufstieg über Club Brügge will man sich aber auch vor den Neapolitanern mit ihren Stars Lorenzo Insigne, Arkadiusz Milik und Kalidou Koulibaly nicht verstecken.

Die Leistungen der Österreicher, die mit Munas Dabbur über den Führenden der Torschützenliste verfügen, sind den Italienern jedenfalls nicht verborgen geblieben. "Salzburg ist eine exzellente Mannschaft. Wir werden zwei starke Vorstellungen brauchen", sagt Starcoach Carlo Ancelotti. Nach dem Ausscheiden im Cup und angesichts des Rückstands in der Liga ist die Gier nach der Europa League als verbliebene Titelchance umso größer. Doch auch beim 1:2 gegen Juventus hat die Mannschaft gezeigt, dass die sportliche Kluft zum Tabellenführer weit geringer ist, als die Differenz von 16 Punkten vermuten ließe. Noch in der Kabine habe man sich gesagt, erzählt Dries Mertens, "dass wir am Donnerstag mit derselben Giftigkeit spielen müssen." Giftigkeit gegen Ekeligkeit also - dass das Treffen zwischen dem italienischen Traditionsklub und dem österreichischen Serienmeister unter diesem Motto stehen würde, hätte man sich bei der Auslosung wohl auch noch nicht gedacht.