Paris. "Das ist schon ein Schock", sagte Paris-Saint-Germain-Trainer Thomas Tuchel. "Ich verstehe das nicht. Wir haben 2:0 dort gewonnen. Hier in Paris verlieren wir 1:3", klagte auch Präsident Nasser al-Khelaifi. Beide konnten Mittwochabend das Aus im Champions-League-Achtelfinale nicht fassen. Manchester United hingegen befand sich nach dem Sieg in der französischen Hauptstadt im kollektiven Freudentaumel - weswegen auch langsam eine Vertragsverlängerung mit dem eigentlich nur als Feuerwehrmann geholten Trainer Ole Gunnar Solskjaer unumgänglich scheint.

Grund: Solskjaer, der frühere United-Weltklassestürmer, hat seinem Leibverein wieder das Siegen gelehrt. "Wir glauben bis zum Schluss an uns. Wir haben schon so oft gezeigt, dass wir Spiele drehen können", sagte der Norweger im Pariser Prinzenpark. Tatsächlich hatte der Verlauf des Matches für seine Red Devils ein märchenhaftes Ende parat. Das entscheidende Tor fiel aus einem von Englands Teamstürmer Marcus Rashford in der 94. Minute verwandelten Hand-Elfmeter. Dass der Elfer aus der Kabine des Video-Schiedsrichters gegeben worden war, war da wohl auch Glück. "Das ist eine Schande. Man lässt vier Typen, die von Fußball keine Ahnung haben, eine Zeitlupe anschauen. Das darf es nicht geben", schimpfte etwa Neymar auf der Bank.

Manchester gelang so nach einer 0:2-Heimspielniederlage die Wende. Solskjaer: "Das fühlt sich fantastisch an." Seit der Norweger im Dezember das Traineramt von Jose Mourinho übernommen hat, reitet United die Erfolgswelle. In der Liga liegt der seitdem ungeschlagene Rekordmeister nach 13 Siegen und zwei Unentschieden wieder auf einem Champions-League-Platz. In dieser steht der dreifache Titelträger nun im Viertelfinale, zum ersten Mal seit der Saison 2013/14. Das von katarischen Scheichs hochgerüstete PSG verpasste damit neuerlich das größte Saisonziel. Seit dem Einstieg der Großinvestoren vor acht Jahren ist der Gewinn der Königsklasse ausgeschrieben. Doch bisher lautet das Resümee lediglich: hohe Ausgaben, wenig Ertrag.

An Dramatik mangelte es auch der anderen Mittwoch-Begegnung nicht. Der FC Porto gewann durch einen Foulelfmeter in der Verlängerung mit 3:1 gegen AS Roma, machte das 1:2 vom Hinspiel wett und zog in die Runde der besten acht Mannschaften ein. Nach Ajax Amsterdam am Dienstag (gegen Real Madrid) sind die Portugiesen die zweite Mannschaft im Viertelfinale, die nicht aus einer der Top-Fünf-Ligen stammt.

In der Europa League kam es am Donnerstag zum ersten Aufeinandertreffen der Achtelfinalisten, darunter Napoli und Salzburg (nach Redaktionsschluss).