Wien. (rel/apa) Der Paukenschlag erfolgte laut, aber nicht unerwartet. Die Austria hat nach mauen Auftritten im Frühjahr die Konsequenzen gezogen und Cheftrainer Thomas Letsch seiner Aufgaben entbunden. Nach dem blamablen 1:3 gegen Altach am Sonntag gab es Gespräche der Klubspitze, am Montag wurde dann die Trennung vom Deutschen verlautbart. Auch Young-Violets-Coach Andreas Ogris wurde freigestellt. Laut Sportdirektor Ralf Muhr werden die Co- Trainer Robert Ibertsberger sowie Christoph Glatzer die Mannschaften betreuen. Der Manager will sich mit einer Lösung noch Zeit lassen. "Ibertsberger ist in den nächsten Wochen Cheftrainer, ich werde mich parallel dazu mit der Trainersuche befassen", sagte er.

Den Abgang von Letsch kommentierte Muhr so: "Die Leistungen der Mannschaft entsprachen nicht den Vorstellungen, die wir an uns selber haben. Das hat das 1:3 gegen Altach gezeigt, demnach mussten wir Konsequenzen ziehen", schrieb er in einer Aussendung. Zur Trainersuche wollte sich Muhr am Montag noch nicht äußern. Die Austria ist zwar Tabellendritter und steht fix in der Meistergruppe, die Bilanz von neun Siegen und neun Pleiten in 21 Runden ist aber eine schlechte.

Auch Letsch selbst, der erst im Vorjahr Thorsten Fink beerbt hat, hatte nach der Vorstellung gegen Altach von einem "absoluten Tiefpunkt" gesprochen. Für den Klub war dies nun zuviel. Pikantes Detail am Rande: 2018 war Letschs Vertrag bis 2020 verlängert worden, und das trotz Verpassens der Europacup-Teilnahme.

Rapid auf Austria angewiesen

Für Letschs Nachfolger kommt die Herkulesaufgabe zu, um die Bundesliga-Spitze mitzukämpfen und für die Austria zumindest den Europacup-Platz zu sichern. Für Interimstrainer Ibertsberger wiederum geht es im letzten Match vor der Meistergruppe gegen Sturm Graz am Sonntag freilich vorrangig um Schadensbegrenzung. Dabei werden aber nicht nur die Augen der Austrianer, sondern auch jener der Rapid-Anhänger auf ihn und seine Mannen gerichtet sein. Die Grün-Weißen haben nach dem 1:2 gegen Mattersburg nur noch eine geringe Chance auf das Meister-Play-off - und sind daher dringend auf Schützenhilfe der Austria angewiesen. Aktuell liegt Rapid als Siebenter der Tabelle zwei Zähler hinter Sturm und drei Zähler hinter dem WAC. Der Rekordmeister müsste das Heimspiel gegen Hartberg möglichst hoch gewinnen und gleichzeitig auf eine Niederlage des WAC (gegen Admira) oder einen Punkteverlust von Sturm gegen die Austria hoffen.

Keine guten Aussichten, Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel gab sich dennoch gelassen. "Wir hatten es vorher nicht in der Hand und haben es auch jetzt nicht", erklärte er auf Sky. Für Didi Kühbauer ist das freilich kaum ideal, gefährdet ist sein Chefsessel aber nicht. Angesichts des Trainer-Austausches, der in der Liga Platz greift, eine gute Nachricht. Allein 2019 haben drei Coaches (Altach, Innsbruck und Austria) ihren Hut nehmen müssen. Admira, Sturm, Mattersburg und St. Pölten haben seit Saisonbeginn neue Trainer.