Hat sich die Saison für Rapid anders vorgestellt: Coach Didi Kühbauer. - © apa/Pfarr
Hat sich die Saison für Rapid anders vorgestellt: Coach Didi Kühbauer. - © apa/Pfarr

Wien. (rel/apa) In der österreichischen Bundesliga bleibt nach dem Showdown am Wochenende und der Trennung der fußballerischen Spreu vom Weizen offenbar kaum ein Stein auf dem anderen - und das nicht nur in der Tabelle, sondern auch auf den Trainerbänken. Wie am Montag bekannt wurde, soll der Niederländer Alex Pastoor Altach in die Qualifikationsgruppe der Bundesliga führen. Pastoor tritt die Nachfolge von Interimstrainer Wolfgang Luisser an, der künftig wieder als Co-Trainer fungiert. Er muss retten, was zu retten ist - den Klassenerhalt.

Und das ist bei sechs Teams in der Qualifikationsgruppe nicht so leicht. Weil: Der Letzte steigt ab, der Erstplatzierte der zweiten Liga rückt auf. Das Los kennt man auch bei St. Pölten. Dass hier der Sessel von Trainer Ranko Popovic trotz Erreichens der Meistergruppe wackelt, hat nicht nur sportliche (sechs sieglose Pflichtspiele), sondern auch taktische Gründe. Der Zeitpunkt für einen Wechsel wäre günstig, schließlich steht Popovic nicht erst seit dem 0:1 am Sonntag gegen Mattersburg in der Kritik. Dagegen war das erwartete, aber doch unrühmliche Scheitern von Rapid am Wochenende Gesprächsstoff Nummer eins. Und das Fazit bitter: Die Wiener haben es nicht geschafft, nach 22 Runden unter die Top Sechs zu kommen und müssen als Tabellenachter in der Qualifikationsgruppe weiterspielen. Selbst ein Sieg gegen Hartberg hätte nicht gereicht, um noch über den Strich zu kommen. Dass es gegen den Neo-Aufsteiger trotz eines 2:0-Vorsprungs nur zu einem 2:2 reichte, machte die Blamage noch bitterer. Hörbar wurde dies auch im Allianz-Stadion. Dort veranstalteten die Fans erstmals seit dem Amtsantritt von Coach Didi Kühbauer ein Pfeifkonzert - die Stimmung erinnerte wieder an jene im vergangenen Herbst. Neu ist nur: Gewohnte Liga-Duelle mit Klubs wie Austria, Salzburg oder dem Lask sind bis zur kommenden Saison passé. Ein halbes Jahr ohne Wiener Liga-Derby? Das ist einmalig und könnte Rapid noch viel Geld kosten, die Rede ist von einer Million Euro.

Immerhin muss Kühbauer vorerst nicht um seinen Sessel bangen. Außerdem gibt es trotz allem Perspektiven: Um etwa in den Europacup zu kommen, müssen die Qualifikationsgruppe, in der man nach der Punktehalbierung einen Punkt hinter Mattersburg liegt, und anschließend die Play-offs gewonnen werden. Ein weiterer Weg ins internationale Geschäft wäre der Cup-Titel, allerdings wartet im Semifinale auswärts der formstarke Salzburg-Verfolger Lask.

Meisterschaftstart am 30. März

Grundsätzlich gilt hier: Der Sieger der Meistergruppe ist Meister, der Letzte der Qualifikationsgruppe steigt ab. Zudem haben der Meister, der Zweite und Dritte sowie der Cupsieger ihre internationalen Startplätze fix. Für drei Klubs geht es im Europa-League-Play-off um den letzten freien Startplatz. Bei fünf Startplätzen spielt also der Sieger der Qualifikationsgruppe in einem Heimspiel gegen den Fünften der Meistergruppe, der Sieger dieses Duells trifft in zwei Spielen auf den Vierten der Meistergruppe. Sollte einer der vorderen Vereine den Cup gewinnen, wird auch der dadurch frei werdende Europacup-Startplatz über den nächstbesten Verein der Liga besetzt. Die Qualifikationsgruppe und Meistergruppe starten am 30. und 31. März. Die Auslosung wird die Liga Mitte der kommenden Woche bekanntgeben.