Budapest. Kroatien ist entsetzt: Nach der 1:2-Niederlage des Vizeweltmeisters am Sonntag in Ungarn befürchtet Weltfußballer Luka Modrić das Schlimmste - ein schlechtes Omen für die EM-Qualifikation und damit ein Verpassen der Endrunde 2020. "Das war ein Schock", sagte der 33-jährige Real-Madrid-Star und warnte zugleich seine Teamkollegen: "Wenn wir so weitermachen, werden wir große Probleme bekommen, uns für das Turnier zu qualifizieren - was ein Desaster wäre."

Besonders bitter ist: Es war die erste Niederlage gegen den Nachbarstaat seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahr 1991. Dementsprechend hart fiel daher auch die Kritik der kroatischen Medien aus. Die Zagreber Tageszeitung "Sportske novosti" etwa schrieb, dass "alles in der Groupama Arena schrecklich war". Die Medien schossen sich vor allem auf Aston-Villa-Tormann Lovre Kalinić und Inter-Mailand-Offensivspieler Ivan Perišić ein.

Kroatiens Trainer Zlatko Dalić wollte keine Einzelkritik vornehmen, gab aber zu: "Einige Spieler sind nicht im Wettbewerbs-Rhythmus, andere sind nicht in Form." Die Frage, ob seine Elf Ungarn unterschätzt habe, verneinte er. "Wir haben Respekt vor jedem Gegner, aber es hat einfach nichts geklappt", sagte der 52-Jährige, der mit seinem Team am 8. Juni gegen Wales spielt. Zumindest der mühsame 2:1-Auftaktsieg gegen Aserbaidschan lässt noch alle Chancen in der Gruppe E offen.

Einen Auftakterfolg hatten am Wochenende auch die Deutschen zu verzeichnen. Mit einem Last-Minute-Sieg beim Erzrivalen Niederlande ist der Ex-Weltmeister wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. "Heute haben wir die PS auf die Straße gebracht", frohlockte der deutsche Bundestrainer Joachim Löw nach dem 3:2 (2:0) am Sonntagabend in Amsterdam. Allein, das Gefühl von Genugtuung wies Löw nach einem seiner wichtigsten Triumphe in 13 Jahren als DFB-Trainer weit von sich, räumte aber ein: "So ein Sieg hilft schon für die nächsten Wochen und Monate." Im Gegensatz zum ÖFB hat Löws Truppe einen idealen Start hingelegt. Der 59-Jährige rühmte seine junge Mannschaft für viele positive Facetten, die sie in 90 packenden Länderspielminuten gezeigt hatte. "Die erste Halbzeit war, was das Fußballerische betrifft, überragend", meinte er.

Sieglaune bei Spanien, Italien

Am Dienstag wiederum stehen Spanien und Italien, die Welt- und Europameister vergangener Tage, nach dem positiven Auftakt in der EM-Qualifikation am Dienstag vor Pflichtsiegen. Die Spanier treten in Ta’Qali gegen Malta an, die Italiener bekommen es in der Parma-Heimstätte Stadio Ennio Tardini mit Liechtenstein ebenfalls mit einem Fußball-Zwerg zu tun. Bei Liechtenstein sitzt Helgi Kolvidsson zum zweiten Mal als neuer Teamchef auf der Bank. Tatsächlich kicken die Spanier gegen einen Auftaktsieger. Malta holte zuletzt mit dem Heim-2:1 gegen die Färöer den ersten Sieg in der EM-Qualifikation seit dem 2:1 gegen Ungarn am 11. Oktober 2006 sowie nach 29 erfolglosen Anläufen mit fünf Unentschieden und 24 Niederlagen.

Auch Italien will sich nach dem 2:0 in Finnland auch im Heimspiel gegen das Fürstentum Liechtenstein keine Blöße geben. Die Liechtensteiner hatten beim Debüt von Coach Kolvidsson zu Hause 0:2 gegen Griechenland verloren. "Italien ist fast in jedem Spiel Favorit und mit Weltklassespielern bestückt", so der Isländer.