Wien. (may) Man kann es drehen und wenden, wie man will (und auch die Punkte halbieren): Zwei Mannschaften machen sich heuer die heimische Fußball-Meisterschaft aus - nämlich Serienmeister Salzburg und der im Frühjahr noch konstanter gewordene Lask. Während die beiden Spitzenreiter nach der Zähler-Halbierung nur noch durch vier Pünktchen getrennt sind, liegt das verbliebene Quartett der Meistergruppe (Sturm, WAC, Austria und St. Pölten) schon zwölf beziehungsweise acht Punkte dahinter. Fast ein Ding der Unmöglichkeit, das - angesichts der Stärke der beiden Teams - in den restlichen zehn Runden noch aufzuholen. Zum Start des Liga-Finish am Sonntag begeben sich beide Mannschaften in ein Fernduell, bei dem nur ja keine Punkte liegen gelassen werden mögen. Denn schon in einer Woche steigt das Gipfeltreffen der Titelanwärter (mit Heimrecht Lask), bei dem sich wohl entscheidet, ob es noch ein echtes Duell oder es zum sechsten Mal in Folge ein Solo für Salzburg wird.

In der Pole Position befindet sich freilich die Red-Bull-Elf, die sich nach dem Aus im Europacup nun ganz auf Meisterschaft und Cup (Semifinale am Mittwoch beim GAK) konzentrieren kann. Und mit der Wiener Austria kommt am Sonntag (17 Uhr) ein angeschlagener Gast in die Bullen-Arena, der wohl selber nicht recht weiß, wie man es mit der zuletzt gezeigten Leistung noch ins obere Play-off schaffen konnte. Zudem sind die Violetten in Salzburg stets gern gesehen: In elf der jüngsten zwölf Liga-Heimspielen trafen die Salzburger immer mehrfach und erzielten dabei insgesamt 39 Treffer - im Schnitt 3,25 Tore pro Spiel in diesem Zeitraum.

Allerdings musste sich die zur Länderspielpause in alle Himmelsrichtungen verstreute Red-Bull-Truppe auch erst wieder sammeln. "Die Jungs sind grundsätzlich alle gut von den Nationalteams zurückgekommen. Gestern waren wir das erste Mal gemeinsam auf dem Platz, mussten aber noch darauf achten, dass wir einige aufgrund der großen Reisestrapazen nicht zu sehr belasten", erklärte Salzburg-Coach Marco Rose, der den Gegner unter (dem bis Sommer verlängerten) Interimstrainer Robert Ibertsberger wieder mit neuer Dreierkette erwartet. "Aber wichtig ist, dass wir uns und unsere Leistung konzentrieren. Unser Anspruch ist es, dass wir die - unabhängig vom Gegner - auf den Platz bringen."

Linzer in Wolfsberg gefordert

Bereits zuvor (Sonntag, 14.30Uhr) gilt es für die Konkurrenten aus Linz, beim Wolfsberger AC vorzulegen. Die Athletiker sind mit vier Siegen und einem Torverhältnis von 9:1 perfekt ins neue Jahr gestartet - und insgesamt bereits zwölf Spiele in der Meisterschaft ungeschlagen. Zuzüglich wurde St. Pölten im Cup-Viertelfinale mit 6:0 aus der Paschinger TGW-Arena geschossen. In der Vorschlussrunde wartet dort am Mittwoch Rapid (das die Qualifikationsgruppe am Samstag zuhause gegen die Admira startet). Die Linzer wären also reif für ihren ersten Titel seit 54 Jahren, als man 1965 überraschend das Double gewonnen hat. Nichts ist mehr unmöglich, findet auch Lask-Kapitän Gernot Trauner: "Ja, der Titel ist theoretisch möglich, er ist aber noch weit weg. Wir beschäftigen uns aber nicht damit, reden nicht darüber. Wir wollen Leistung bringen und dann sehen, was am Ende rauskommt", meinte er zu "Heute".

Allerdings warnte sein Trainer Oliver Glasner vor den Kärntnern, die in der Lavanttalarena jeden schlagen könnten. "Der WAC ist ein sehr unangenehmer Gegner, spielt sehr aggressiv und macht die Räume sehr eng. Das wird nicht leicht", erklärte der Oberösterreicher, der mit Ausnahme von Oh In-pyo auf alle seiner Kicker zurückgreifen kann. Er will sich mit Titelträumen keinesfalls beschäftigen, lieber versucht er seinem Credo treu zu bleiben. "Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir brauchen, um erfolgreich zu sein." Und das sei immer das nächste Spiel.