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"Wiener Zeitung": 15 Jahre nach Ihrem Double-Triumph mit dem GAK spielt der Klub nun wieder im Cup-Halbfinale: Sehen Sie mit einem lachenden oder weinenden Auge zu?

Walter Schachner: Naja, es ist leider - bei aller Wertschätzung - so, dass der GAK keine Chance haben wird. Es ist einfach noch zu früh, um wieder bei den Großen mitmischen zu können. Salzburg ist ein Brocken, da ist für mich keine Überraschung möglich.

Auch nicht mit viel Herz und Leidenschaft wie im Viertelfinale gegen die Austria?

Nein, Salzburg kann man nicht am falschen Fuß erwischen. Weil Trainer Marco Rose einfach einer ist, der nichts dem Zufall überlässt. Der impft seinen Spielern ein, ja nicht glauben zu brauchen, nur mit 50 Prozent zu spielen, weil es ein Regionalligist ist.

Wenn man heute an den GAK denkt, fällt einem neben der Farbe Rot gleich Ihr Name ein. Schachner und die roten Teufel - untrennbar miteinander verbunden.

Ja. Und ich habe in den 15 Jahren den GAK auch nicht auf der Seite liegen gelassen. Auch wie sie ganz unten wieder neu begonnen haben, habe ich immer geschaut, wie sie gespielt haben. Da musst du jetzt auch den Hut vor dieser Leistung ziehen - weil sie auch nicht das große Geld zur Verfügung hatten.

Als 2012 der alte Klub aufgelöst wurde, haben Sie da noch damit gerechnet, dass der GAK jemals wieder in die Nähe des Profifußballs kommen wird?

Damals konnte das keiner sagen, weil man nicht wusste, welche Leute am Werk sind. Sie waren am Boden zerstört. Aber es sind schon viele wieder aufgestanden - auch der GAK hat das souverän gemeistert. Sie werden jetzt noch einmal aufsteigen, aber in der zweiten Bundesliga wird es dann ganz schwer. Denn da sind dann wirklich gestandene Mannschaften: Ried, Blau-Weiß Linz, Wattens, Wiener Neustadt, Kapfenberg. Die können alle um den Aufstieg mitspielen. Da gilt es für den GAK, sich an gewissen Positionen gezielt zu verstärken. Das wäre dann der nächste Schritt.

Und alle träumen wieder von einem Grazer Derby.

Ja, das könnte aber noch ein bisschen dauern. Aber Steiermark und Graz brauchen das Derby - denn die Rivalität sorgt für mehr Zuschauer und mehr mediales Interesse. Dann geht’s dahin.

Wenn wir auf Ihre GAK-Zeit zurückblicken: Sie hatten keine absoluten Top-Kicker, aber daraus die beste Elf Österreichs zusammengeschweißt.

Da bin ich auch sehr stolz darauf. Ich freue mich auch heute noch, wenn ich Spieler von damals treffe - wie Emanuel Pogatetz, René Aufhauser oder Zlatko Junuzovic. Wir waren keine Übertruppe. Noch dazu hatte ich den GAK eine Saison davor als Letzter übernommen mit ziemlich der gleichen Mannschaft . . .