Wien. (may) Die Vorkommnisse beim jüngsten Stadtderby - Stichwort: Einkesselung; dazu die Rivalität zwischen dem Mitgliederverein Rapid und dem Millionärsverein Salzburg; mögliche radikale Austria-Fans, die "ihr" Stadion vor dem verhassten Erzrivalen verteidigen wollen; und zuletzt schlicht die Sorge, das Fassungsvermögen der Generali-Arena (17.500 Zuschauer) könnte für ein solches Endspiel viel zu gering sein: Kaum hatte sich am Mittwochabend im Cup-Halbfinale Rekordmeister Rapid in Pasching gegen den Lask im Elfmeterschießen durchgesetzt (4:3, 1:1 n. V.), mehrten sich die Stimmen, doch einen geeigneteren Rahmen für das diesjährige Cup-Finale am 1.Mai (16.30 Uhr) zu finden.

Unmittelbar ausgesprochen hat es Austria-Legende Herbert Prohaska im ORF: "Wir erinnern uns doch alle an das letzte Derby. Jetzt haben wir wieder ein Hochsicherheitsspiel. So in dieser Form haben sie das wohl sicher nicht gewollt", so Prohaska. "Sie", damit ist die Wiener Austria gemeint, die sich mit der runderneuerten Arena, die wegen des Namenssponsors des ÖFB-Cups "Viola Park" heißen muss, um das Endspiel beworben hat - und natürlich auf eine Teilnahme gehofft hatte. Nach dem blamablen Viertelfinal-Aus beim GAK, der am Mittwoch seinerseits Salzburg mit 0:6 unterlag, heißt es aber für die Violetten am Tag der Arbeit zusehen, wie just der Erzfeind um seinen ersten Cup-Titel seit 1995 kämpft. Wie die verfeindeten Fan-Lager vor und nach dem Match im Erfolgs- wie im Misserfolgsfall Rapids handeln könnten, mag sich angesichts der ständigen Derby-Reibereien wohl jeder selber ausmalen.

Während Rapid-Präsident Michael Krammer umgehend eine Verlegung ins knapp 50.000 Zuschauer fassende Ernst-Happel-Stadion angeregt hat ("Erstens um die Sicherheit des Zugangs zu gewährleisten, zweitens um möglichst vielen Fußballfans die Möglichkeit zu geben, das Spiel zu sehen"), brachte sich auch der vormalige Finalstandort Klagenfurt wieder ins Rennen. Sogar Kärntens Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) rückte aus: "Unser Wörthersee-Stadion steht bereit und wäre sicher die perfekte Wahl für das Cup-Finale - auch, weil hier tatsächlich der Fußball im Mittelpunkt stehen würde." Klagenfurt fungierte erstmals 2010 als Ausrichter des Cupfinales; 2017 unterlag Rapid dort vor 20.200 Fans im Endspiel Salzburg mit 1:2.

Der ÖFB hat am Donnerstag nach kurzer Beratung allerdings den Verlegungswünschen eine Absage erteilt: So sei schon bei der Vergabe des Endspieles im Juni 2018 - der Vertrag läuft über vier Cup-Finale - klar gewesen, dass eine potenzielle Beteiligung von Rapid in der Austria-Heimstätte zu einem erhöhten organisatorischen Aufwand führen würde, hieß es. Man sei auch nach den Ereignissen beim Wiener Derby im Dezember - damals waren mehr als 1300 Rapid-Fans in Favoriten bei der Anreise von der Polizei festgehalten worden - nach einem intensiven Dialog mit der Austria zur Überzeugung gelangt, dass ein Finale mit Rapid-Beteiligung planmäßig abgewickelt werden könne, so der ÖFB. Am Donnerstag soll es jedenfalls eine Sicherheitsbesprechung zwischen den Veranstaltern, Stadionverantwortlichen, Finalisten und Behördenvertretern geben.