Wien. Die Spatzen pfiffen es schon länger vom Dach des Allianz-Stadions, seit Freitagmittag ist es fix: Fredy Bickel tritt mit Ende der Fußball-Bundesliga-Saison als Geschäftsführer Sport von Rapid Wien zurück. Der 53-jährige Schweizer hatte eine mündliche Vereinbarung auf Verlängerung seines Vertrages bis 2021, aber mit beiderseitiger Ausstiegsoption bis Dezember 2019. Nun sei man in beiderseitigem Einverständnis überein gekommen, die Tätigkeit nicht über das erste Halbjahr auszudehnen.

Er habe seit Beginn seiner Amtszeit Anfang 2017 "mit großem Engagement und großer Freude für den SK Rapid gearbeitet", spüre aber, "dass eine ursprünglich langfristig angestrebte Zusammenarbeit nicht mehr die beste Lösung für alle Beteiligten" sei, sagte er vor dem Ligaspiel in Innsbruck am Samstag (17 Uhr). Spätestens seit dem Verpassen der Meistergruppe habe er sich "sehr viele Gedanken über meine Zukunft beim SK Rapid gemacht. Nach den Auftaktspielen in der Meisterschaft und dem vorgestrigen Cup-Spiel beim Lask sowie dem damit verbundenen Einzug ins Finale halte ich den Zeitpunkt für richtig, meine Entscheidung auch bekannt zu geben."

Bickel war in den vergangenen Monaten zunehmend zur Zielscheibe von Kritik geworden, die grün-weißen Anhänger werfen ihm misslungene Transferpolitik vor. Er räumte ein, dass dies auch an die Substanz gegangen sei. "Wiewohl ich ein selbstkritischer Mensch bin, bekam ich zuletzt auch das Gefühl, für jeden Misserfolg persönlich alleinverantwortlich zu sein", erklärte Bickel, der dennoch versicherte, bis zum Abschluss der Meisterschaft "mit voller Kraft" für den Verein arbeiten zu wollen.

Präsident Michael Krammer dankte Bickel für sein Engagement; man werde nun gemeinsam eine geordnete Übergabe an einen noch zu suchenden Nachfolger vorbereiten. Diesen wolle man "in aller Ruhe und mit der notwendigen Sorgfalt auswählen und bis zum Ende der laufenden Saison vorstellen", erklärte Krammer.