Linz. (may) Mit der Punkte- und Tabellenteilung der Zwölferliga nach 22 Runden wurde die Meisterschaft schlagartig spannend. Nur noch vier Punkte Differenz sichern den erwarteten Sololauf für Serienmeister Salzburg ab - womit dem Gipfeltreffen mit Verfolger Lask am Sonntag (17Uhr) vorentscheidender Charakter zukommt. Allerdings könnte sich das Thema Spannung schon nach der zweiten Runde der Meistergruppe schlagartig wieder erledigt haben: Denn gewinnt die Red-Bull-Elf auswärts in Pasching, kann der Meistersekt guten Gewissens schon eingekühlt werden. Denn dann beträgt der Vorsprung nicht etwa sieben, sondern eigentlich schon satte acht Punkte - da der verlustig gegangene halbe Zähler im Zuge der Punkteteilung den Ausschlag für Salzburg geben würde, sollten die Athletiker tatsächlich zu Saisonende noch auf gleich kommen.

Womit über die Ausgangslage für den Liga-Schlager schon alles gesagt wäre: Der Lask ist im Grunde zum Siegen verdammt, will er den Coup von 1965, als er als erster Bundesländer-Klub den Meistertitel holen konnte, wiederholen. Das Spiel des Jahres kommt aber reichlich ungelegen, denn das Cup-Halbfinale gegen Rapid wurde am Mittwoch nicht nur als bessere Mannschaft verloren, sondern hat dank Verlängerung und Penaltyschießen auch noch viel Kraft gekostet - während die Kontrahenten beim GAK zu einem 6:0-Erfolg spazierten.

Coach Oliver Glasner hatte daher in den vergangenen Tagen alle Hände voll zu tun, seine Elf für das Starensemble aus Salzburg wieder aufzurichten. Das sei ihm auch gut gelungen - sowohl im körperlichen als auch im mentalen Bereich, erörterte der Oberösterreicher am Freitag. Salzburg-Trainer Marco Rose erwartet ob des unglücklichen Cup-Abends sogar noch einen gefährlicheren Gegner und eine Trotzreaktion. "Wenn man sich ungerecht behandelt fühlt, setzt das noch einmal Kräfte frei." Schließlich wurde den Linzern ein klarer Handelfmeter vorenthalten.

Einig sind sich beide, dass es ein Kampf auf Biegen und Brechen wird - wie im Herbst beim ansehnlichen 3:3 in Pasching. "Es wird ein Abnützungskampf mit hoher Intensität", meinte Glasner. "Das wird sicher auch ein Abnützungskampf, für den müssen wir bereit sein", sekundierte Rose, der aufgrund ähnlicher Spielanlagen beider Teams erst recht ein hartes Match erwartet: "Wichtig ist, dass wir auch Schmerzen ertragen. Pressing gegen Pressing tut weh", erklärte der Deutsche.

Problematisch für die Linzer könnte aber sein, dass sie ausgerechnet im Spitzenspiel die gesamte rechte Seite vorgeben müssen, denn Verteidiger Christian Ramsebner und Mittelfeldmann Reinhold Ranftl fehlen gesperrt. "Es gibt mehrere Varianten, ich habe die eine oder andere im Kopf. Ich treffe die Entscheidung locker, weil ich das 100-prozentige Vertrauen in die Spieler habe, die nachrücken." In der Abwehr stehen Routinier Emanuel Pogatetz und der wiedergenesene Markus Wostry zur Verfügung, im Mittelfeld Dominik Frieser.

An eine Vorentscheidung im Titelkampf glaubt indes der Salzburg-Trainer nicht - selbst wenn sein Team obsiegen sollte. "Die Konstellation ist klar: Der Lask wird alles probieren nach dem Pokal-Aus, die Chance in der Meisterschaft zu wahren, eng an uns ranzukommen und Druck aufzubauen." Drei Runden vor Schluss, am Muttertag, steigt dann das Rückspiel in Wals-Siezenheim.

Rose von Rangnick geoutet

Für Unruhe im Bullen-Stall sorgte am Freitag der aktuelle RB-Leipzig-Coach und frühere Salzburg-Sportchef Ralf Rangnick, indem er Roses Abgang (höchstwahrscheinlich zu Gladbach) als fix verkündete. "Die Frage ist jetzt eigentlich nur noch, wohin er geht, nicht mehr, ob er geht." Von Rose kam umgehend ein Dementi: "Ich weiß nicht, wo der Ralf das hernimmt. Es ist de facto nicht so." Nachsatz: "Die Saison geht bis zum 25. Mai."