Salzburg/Wals-Siezenheim. (may) National mag es erfolgreichere Trainer gegeben haben – international kann ihm keiner seiner Vorgänger in Salzburg das Wasser reichen: Nach dem sensationellen Sieg in der Uefa-Youth-League 2017, dem Einzug ins Europa-League-Semifinale 2018 sowie ins -Achtelfinale heuer wird es kommende Saison mit Marco Rose aber keine sportlichen Großtaten mehr für die Red-Bull-Truppe geben. Denn der 42-jährige Deutsche beendete am Mittwochnachmittag die wochenlangen Spekulationen um einen Wechsel in seine Heimat, indem er seinen Abgang zu Mönchengladbach per Saisonende bestätigte. "Ich werde im Sommer eine neue sportliche Herausforderung annehmen, und die heißt Borussia Mönchengladbach", verkündete der Leipziger. Von den Bullen zu den Fohlen sozusagen.

Dabei hätte wohl in der kommenden Saison die große sportliche Herausforderung in Salzburg schlechthin gewartet – in Form der Teilnahme an der Champions League. Erstmalig in der Red-Bull-Ära bei Salzburg. Als klarer Tabellenführer (acht Runden vor Schluss sieben Zähler Vorsprung auf den Lask) ist der Titel und damit das Direktticket für die Eliteliga nur noch Formsache; zudem könnte er heuer auch das Double holen (das ihm im Vorjahr anders als seinen Vorgängern Roger Schmidt, Adi Hütter und Óscar García nicht gelang) – am 1. Mai wartet in Klagenfurt Rapid als Endspielgegner.

Erfolge in Bundesliga, Cup und Europa League seit 2017. - © APAweb/APA Grafik
Erfolge in Bundesliga, Cup und Europa League seit 2017. - © APAweb/APA Grafik

Mit den Gladbachern indes wird Rose nächste Saison höchstwahrscheinlich nicht in der Königsklasse präsent sein: Nach Leistungsschwankungen im Frühjahr belegt der Klub vom Niederrhein aktuell nur noch Rang fünf – auf Hütters Frankfurter fehlen sechs Runden vor Schluss vier Punkte plus 13 Tore. Dennoch sieht Rose den Wechsel zu den Schwarz-Weiß-Grünen als Nachfolger von Dieter Hecking als sportlichen Aufstieg. "Es ist ein spannender Verein mit großer Geschichte und Fankultur, der in den 70er Jahren den deutschen Fußball dominiert hat. Dort haben große Trainer und Spieler gearbeitet." Nun soll mit seiner Spielphilosophie an alte Glanzzeiten angeknüpft werden: "Es gibt eine Idee, wie man spielen will, die mit meiner Verpflichtung zusammenhängt", so Rose, der einen Dreijahresvertrag erhält (die kolportierte Ablösesumme liegt bei drei Millionen Euro). Mit Rose wechseln auch die Co-Trainer René Maric und Alexander Zickler nach Deutschland. Bei Rose schwang freilich auch etwas Wehmut mit: "Ich fühle mich sehr wohl in der Stadt und habe das Gefühl, dass sich die Menschen mit dem Fußball, den wir spielen, identifizieren." Daher habe es auch viele Argumente gegeben, in Salzburg zu bleiben. "Die Situation war sehr speziell. Es gab nicht nur eine Anfrage, sondern ein paar mehr."

Statement von Marco Rose.

Wer wird Nachfolger?

Damit setzt Rose auch das heimische Trainerkarussell in Gang: Wer den nach jenem des Teamchefs wohl begehrtesten Trainersessel des Landes einnehmen darf, soll in den kommenden Wochen fixiert werden. Anwärter sind Oliver Glasner (Lask), Christoph Ilzer (WAC), Jesse Marsch (Assistent bei RB Leipzig) sowie Óscar García (vereinslos)