Wolfsberg. (art) Es war im Mai 2018, Robert Ibertsberger stand auf dem Rasen der Lavanttal-Arena und feierte mit dem WAC einen 2:1-Sieg über die Austria, der den Jungtrainer, der erst kurz davor seine erste Stelle als (interimistischer) Chefcoach angetreten war, "richtig stolz" gemacht hatte. Ein knappes Jahr später will Ibertsberger einen neuerlichen Sieg der Kärntner in deren Heimstadion gegen die Violetten tunlichst vermeiden. Denn im Sommer hat der einstige Salzburg-Profi die Seiten gewechselt, fungierte zunächst als Co-Trainer von Thomas Letsch und seit dessen Beurlaubung im Frühjahr als Cheftrainer der Austria.

Seine Bilanz seitdem liest sich wenig berauschend: Drei Niederlagen haben die Wiener unter dem 42-Jährigen kassiert, insgesamt gingen nun schon sechs von sieben Pflichtspielen in diesem Kalenderjahr verloren. Vor dem Spiel der 25. Runde beim WAC am Sonntag (14.30 Uhr) liegt die Austria nur auf dem sechsten und letzten Platz der Meistergruppe - und wäre damit aus dem Rennen um den letzten Europacup-Startplatz. "Wir müssen natürlich endlich anschreiben, denn unsere Bilanz ist gerade im Frühjahr desaströs", meinte Wirtschaftsvorstand Markus Kraetschmer nach der jüngsten 0:1-Heimniederlage gegen Sturm Graz.

Platz drei noch in Reichweite

Dabei war es kurioserweise Kraetschmer, der in dieser Woche bei der Austria unfreiwilligerweise in den Fokus rückte und Ibertsberger und die Mannschaft ein wenig aus dem Gespräch brachte. Weil der Wiener das Cupfinale in die heimische Generali-Arena geholt hatte und demnach dort die Erzrivalen Rapid und Salzburg am 1. Mai hätten um den Titel kämpfen sollen, hagelte es Kritik am Langzeitmanager seitens des harten Kerns der Fanszene. Aus Sicherheitsbedenken wurde das Finale nun ins Klagenfurter Wörthersee-Stadion verlegt. Die Diskussionen um Kraetschmer, der die Erregung für "populistisch" hielt, dürften damit aber kaum beendet sein.

Ein bisschen Ruhe wünschen sich freilich alle am Verteilerkreis, ein Sieg in Kärnten wäre dafür förderlich - zumal die Wiener damit an Punkten mit einem der direkten Konkurrenten um einen Europacup-Startplatz gleichziehen würden. Noch kann die Nummer drei in Sachen Budget hoffen, dass man diesen Rang auch in der Abschlusstabelle belegt. Auch auf Sturm und St. Pölten, die den schweren Gang nach Salzburg beziehungsweise zum Linzer ASK antreten müssen, fehlen aktuell nur drei Punkte. Einen Durchhänger darf man sich freilich nicht mehr erlauben. Denn dann stünden die Austria und Ibertsberger im Mai 2019 mit leeren Händen da.