Pasching/Wolfsburg. (art) Viele gute Geschichten beginnen mit Max Merkel. Merkel, der Fußballtrainer, Merkel, der Schmähbruder und zugleich messerscharfe Analytiker, Merkel, der erste österreichische Trainer in der ersten deutschen Fußball-Bundesliga. Seit damals haben einige diesen Weg eingeschlagen, Oliver Glasner könnte folgen. Deutschen Medien zufolge buhlt der VfL Wolfsburg, der für kommende Saison einen Nachfolger für den abwanderungswilligen Bruno Labbadia sucht, um die Gunst des 44-Jährigen, auch andere deutsche Klubs sollen Interesse zeigen.

Glasner ist zwar kein Lautsprecher, dafür versteht er - neben einer Menge von Fußball - sich bestens auf die zwischenmenschlichen Töne als Führungskraft. "Wenn wir wollen, dass die Spieler auf dem Platz Verantwortung übernehmen, müssen wir sie auch im Alltag dazu bringen", lautete einer der zentralen Sätze aus einem Interview mit der "Wiener Zeitung" vom November. Damals hatte er den Linzer ASK, den er 2015 übernommen und 2017 ins Oberhaus geführt hat, als ersten Verfolger von Meister Salzburg in der Bundesliga etabliert, der Vizemeistertitel ist bei acht Punkten Vorsprung auf den WAC praktisch abgesichert. Bisher wollte Glasner Gerüchte nicht kommentieren, alleine dass er genannt werde, sei aber "eine Auszeichnung für das, was wir gemeinsam erreicht haben", sagte er bei früheren Gelegenheiten. Ein Wechsel ins Ausland wäre für den ehemaligen Bundesliga-Spieler, der mit einer kurzen Unterbrechung stets für die SV Ried gespielt hat, jedenfalls der nächste Schritt. 2012 begann er seine Trainerlaufbahn als Co in Salzburg unter Roger Schmidt, 2014 wechselte er als Chefcoach nach Ried, ehe er zum Lask ging. Über sich selbst sagt er: "Von mir bekommt man Oliver Glasner, das heißt Ehrlichkeit und Geradlinigkeit." Zumindest da gibt’s Parallelen: Auch Merkel war bekanntlich ein Freund offener Worte.