Porto. (rel/apa) Jetzt oder nie. Im Lager des FC Liverpool ist die Motivation nach dem jüngsten 6:1-Durchmarsch gegen Champions-League-Viertelfinalgegner FC Porto hoch. Im Vorjahr war man noch im Finale gegen Real Madrid gescheitert, heuer soll am Ende der Sieger Liverpool heißen - das erste Mal seit 2005, als man in Istanbul den AC Mailand im Elfmeterschießen bezwang. Um nun den Sprung ins Endspiel zu schaffen, muss aber mit Barcelona noch ein gefährlicher Halbfinalgegner ausgeschaltet werden. Die Zuversicht ist, nachdem Liverpool das jüngste Duell scheinbar mühelos bewältigt hatte, freilich groß. Coach Jürgen Klopp sah am Mittwoch nach dem 4:1 beim FC Porto ein "großes Ausrufezeichen". Dennoch sagte er mit Blick auf Barça: "Das wird vielleicht nicht so einfach."

In Porto musste Liverpool nach dem 2:0-Heimsieg im Hinspiel in der ersten halbe Stunde dagegenhalten. Die anstürmenden Portugiesen dominierten zwar das Geschehen, nur fehlte die letzte Konsequenz vor dem Tor. Für die Gäste aus England trafen mit Sadio Mané (26. Minute), Mohammed Salah (65.) und Roberto Firmino (77.) alle drei Star-Angreifer. Auch Abwehrchef Virgil van Dijk (84.) trug sich noch in die Torschützenliste ein. Liverpool ist damit nun 17 Spiele ungeschlagen, acht Siege in Folge stehen zu Buche. Der Klub von der Merseyside ist der erste englische Vertreter seit zehn Jahren, der in zwei Saisonen hintereinander zumindest den Einzug ins Halbfinale der Champions League geschafft hat. Dort gastiert der Premier-League-Spitzenreiter am 1. Mai in Camp Nou, ehe es sechs Tage später ins Rückspiel in Anfield geht.

Klopp wiederum ist in einem Pflichtspiel noch nie auf Barcelona getroffen. "Wir werden Dinge finden, die wir gegen sie einsetzen können. Aber darüber mache ich mir heute keine Gedanken", erklärte der Deutsche. Portos Trainer Sérgio Conceição sah im Vergleich mit seiner Elf deutlich effizientere Briten: "Liverpool hatte nur vier Schüsse aufs Tor und hat viermal getroffen. Das zeigt die Qualität der Mannschaft."

City draußen, Tottenham feiert

Probleme mit der Qualität in der Defensive hatte am Mittwoch dagegen Manchester City. Das Team von Pep Guardiola muss daher weiter auf den ersten Finaleinzug in der Champions League warten, das Aus gegen Tottenham geriet sogar zum Drama. "Ja, es ist hart, es ist grausam, aber wir müssen es akzeptieren", sagte Guardiola nach dem 4:3, das für sein Team aufgrund der Auswärtstorregel nicht genügte. Umso mehr durfte Tottenham (ohne Harry Kane) den erstmaligen Einzug in ein Champions-League-Halbfinale bejubeln. Die Frage ist - wie lange? Die Spurs bekommen es nun mit Juve-Bezwinger Ajax zu tun.