Das tägliche Brot

Drei Jahre danach beendet Wagner seine Teamkarriere. Nach persönlichen Differenzen verlässt er auch seinen Stammverein Wacker und wechselt für fünf Jahre zum SV Stickstoff Linz. Für kurze Zeit spielt Wagner auch noch für Wacker Innsbruck. 1964 kehrt er als Trainer noch einmal für ein Jahr zu "seiner" Wacker nach Wien zurück. 1971 werden die Meidlinger mit der Admira fusioniert. Turl Wagner ist darauf nicht gut zu sprechen. "Mit denen will ich nichts zu tun haben", sagt er. Er zieht sich aus dem Fußball zurück und widmet sich seinem Schuhgeschäft in der Meidlinger Hauptstraße - bis er 1998 in Pension geht. Ob er seine Karriere angesichts der Verdienstmöglichkeiten lieber im heutigen Fußball gehabt hätte? "Das Geld kannst du nicht fressen. Heute erlebst nix mehr. Die steigen in die Flugzeuge ein, hauen sich die Kopfhörer auf die Ohrwascheln und aus", sagt Wagner. Es seien einfach andere Zeiten gewesen - mit anderen Typen. "Der Arnautovic hat leider einen Klopfer, aber da kannst nix machen", sagt er. "Ich möchte mit den heutigen Fußballern nicht verglichen werden. Ob Rirsch oder Brinek, gesoffen und alles haben sie. Aber am Spielfeld haben sie alles gegeben und waren für den Verein und die Leute da. In der Kabine haben wir Schmäh geführt. Aber wenn wir rausgegangen sind, haben wir uns die Hände gegeben und gewusst, jetzt spielen wir um unser Brot."