Frankfurt. Am Tag nach einer historischen Fußball-Nacht schwebte Frankfurt-Trainer Adi Hütter immer noch auf Wolke sieben. "Es war ein tolles Gefühl, nach einem magischen Abend aufzuwachen und zu wissen, wir spielen jetzt gegen Chelsea", sagte der Vorarlberger über den Aufstieg Frankfurts ins Halbfinale der Europa League, den man mit einem 2:0-Sieg über Benfica im Heimspiel nach einer 2:4-Auswärtsniederlage noch geschafft hat. Für Hütter war es der "größte Erfolg meiner Trainerkarriere", wie er sagte; gefeiert habe er ihn mit Freunden bei "einem Glas Wein".

Seinen Schützlingen gab er nach der Energieleistung im Rückspiel gegen Benfica am Freitag kurzerhand frei. "Sie sollen diesen Sieg auch im Kopf genießen", erklärte Hütter, der die Eintracht im Sommer übernommen hatte. In der Liga hat sein Team als Tabellenvierter noch Chancen auf die Champions-League-Teilnahme. Allzu lange ausruhen kann sich die Mannschaft daher ohnehin nicht, am Montag (20.30 Uhr) steht zum Abschluss der 30. Runde in Deutschland das Auswärtsspiel gegen Wolfsburg auf dem Programm. Tabellenführer Dortmund empfängt schon am Samstag (15.30 Uhr) Bremen, der nur einen Punkt zurückliegende Verfolger Dortmund bestreitet sein Spiel am Sonntag (15.30 Uhr) auswärts gegen Freiburg.

Als Trainer der Stunde wird in Deutschland aber Hütter gefeiert. Seine Mannschaft ist die letzte, die heuer noch die Chance auf einen internationalen Titel hat, wovon manche in Frankfurt nach dem größten Erfolg des Klubs seit dem Uefa-Cup-Sieg 1980, bei dem in Bruno Pezzey als Libero ebenfalls ein Österreicher dabei war, schon träumen. Seitdem hat es für die Frankfurter nie mehr zu einem Halbfinale gereicht. Hütter ist aber realistisch, im Halbfinale am 2. und 9. Mai (2. Halbfinale Arsenal-Valencia) sieht er seine Mannschaft gegen Chelsea als Außenseiter. "Aber wir können immer für eine Überraschung sorgen", betonte der 49-Jährige. "Wir freuen uns auf Chelsea. Mal sehen, was da rauskommt."