Pasching. Österreich hat ab kommendem Sommer neben Eintracht-Frankfurt-Erfolgscoach Adi Hütter noch einen weiteren Trainer in der deutschen Fußball-Bundesliga: Oliver Glasner wechselt nach der Saison vom Linzer ASK zum VfL Wolfsburg, der aktuell Tabellenneunter ist. Dies gab der Oberösterreicher Dienstag bei einer Pressekonferenz in Pasching bekannt. Glasner, der seit Mitte 2015 Trainer und Sportdirektor in Linz ist, erhält in Wolfsburg beginnend mit 1. Juli einen Dreijahresvertrag bis 2022 und freut sich auf die "neue Herausforderung", geht doch damit für ihn "ein Kindheitstraum in Erfüllung".

Präsident Siegmund Gruber kommentierte den Abschied Glasners "mit einem weinenden und einem lachenden Auge, denn ich hätte Oliver nächste Saison noch gerne als Trainer bei uns gesehen. Schade, dass er geht", sagte der Klub-Boss und sprach von einem "sensationellen Trainer", den man nun nach Deutschland schicken dürfe. "Der Trainerwechsel ist dem Erfolg geschuldet." Glasner führte den Lask vor zwei Jahren wieder in die Bundesliga und schaffte mit Platz vier gleich den Sprung in den Europacup. In dieser Saison kristallisierten sich die Athletiker als erster Herausforderer von Salzburg heraus. Mit einem Punkteschnitt von 1,97 Zählern in bisher 155 Pflichtspielen hat Glasner einen neuen Lask-Rekord aufgestellt. Sein Vertrag wäre noch bis 2022 gelaufen.

Zu den Ablösemodalitäten wurde von beiden Seiten "Stillschweigen vereinbart". Glasner wird Co-Trainer Michael Angerschmid und Athletik-Coach Michael Berktold vom Lask mitnehmen, dem Vernehmen nach muss Wolfsburg eine siebenstellige Summe überweisen. Bezüglich Glasners Nachfolge besteht laut Gruber "keine Notwendigkeit, dass wir nächste Woche schon den Trainer präsentieren", da man erst am 17. Juni in die neue Saison starte. Ein Kandidat soll Wolfsbergs Coach Christian Ilzer sein - der hat aber am Dienstag dementiert.

Wolfsburg war 2009 deutscher Meister, 2015 Vizemeister und Pokalsieger, spielte aber in den vergangenen Jahren zweimal als 16. in der Relegation gegen den Abstieg. In dieser Saison wurde dieser Negativtrend gestoppt. Glasner soll den VfL nun endgültig wieder in der Spitzengruppe der Bundesliga etablieren. Ein Weg, um zu Titelehren zu kommen, wäre jener über den DFB-Cup - so wie ihn RB Leipzig in dieser Saison mit Erfolg in Angriff genommen hat. Dienstagabend stand der Klub im Halbfinalspiel gegen den Hamburger SV (nach Redaktionsschluss) kurz davor, Vereinsgeschichte zu schreiben. Ansprechpartner für den einen oder anderen Tipp hätte Glasner bei Leipzig genug, sind doch mit Marcel Sabitzer, Konrad Laimer und Stefan Ilsanker gleich drei Österreicher in dem Verein aktiv.

Saison auf Platz zwei beenden

Was die laufende Saison betrifft, stellte Glasner klar, dass sein Fokus in den kommenden Wochen weiterhin auf dem Lask liege. "Ich gebe das öffentliche Versprechen ab, dass ich bis zum Ende der Saison mit 100 Prozent für den Lask und die Mannschaft da sein werde, um unsere großen Ziele zu erreichen." Das größte lautet Platz zwei hinter Titelverteidiger Salzburg. Damit würde der Lask, der neun Punkte hinter dem Tabellenführer und sechs Zähler vor dem drittplatzierten WAC liegt, im Sommer in der Champions-League-Qualifikation antreten.

Zunächst aber ist der Linzer ASK am Mittwoch gegen Sturm Graz gefordert. In dem Bestreben, den WAC weiter auf Distanz zu halten, könnten die Oberösterreicher Schützenhilfe von Salzburg erhalten. Nach dem überraschenden Punkteverlust in St. Pölten peilt der Meister am Mittwoch die schnelle Rückkehr in die Erfolgsspur an. Mit einem Heimsieg am Mittwoch über den WAC soll der solide Vorsprung in der Meistergruppen-Tabelle gewahrt werden. Auf Siege direkt angewiesen ist hingegen die Austria. Nach vier Runden der finalen Saisonphase warten die Wiener so wie ihr Trainer Robert Ibertsberger noch auf ein Erfolgserlebnis.