Brüssel. Der Sitz des belgischen Fußballverbandes und das Trainingszentrum von Rekordmeister RSC Anderlecht sind am Mittwoch das Ziel von Hausdurchsuchungen gewesen. Die Razzien wurden laut der Nachrichtenagentur AFP auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft aufgrund des Verdachts der Geldwäsche bei Transfers durchgeführt. Bei Anderlecht steht mit Peter Zulj ein ÖFB-Teamspieler unter Vertrag. Auch der Verdacht auf organisierte Kriminalität wird untersucht, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtete.

Mitrovic-Transfer im Zentrum

Demnach soll es am Mittwochvormittag zu insgesamt fünf Durchsuchungen gekommen sein, darunter jene im RSC-Trainingszentrum und zwei in Laeken, wo der belgische Verband angesiedelt ist. Eine Anderlecht-Sprecherin bestätigte eine Polizei-Aktion, wonach 30 Uniformierte daran beteiligt gewesen sein sollen. Auch die Räumlichkeiten einer Spielerberater-Firma seien durchsucht worden. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehe der Transfer des Serben Aleksandar Mitrovic 2015 von Anderlecht zum britischen Klub Newcastle United. Mitrovic spielt heute beim FC Fulham.

Bereits im Oktober vergangenen Jahres hatte Fußball-Belgien ein Skandal um schwerwiegende Betrugs- und Spiel-Manipulationsvorwürfe erschüttert, es gab auch etliche Razzien und einige Festnahmen. Von diesen Ermittlungen sind unter anderem die Topvereine Standard Lüttich und der FC Brügge betroffen. Einen Zusammenhang zwischen den beiden Untersuchungen soll es ersten Erkenntnissen nach nicht geben.