Innsbruck. Das Abstiegsgespenst hat in Innsbruck Quartier bezogen. Wacker Innsbruck steckt seit drei Runden im Tabellenkeller fest, dem Tiroler Traditionsklub droht nach dem 0:4-Heimdebakel im Westderby gegen Altach nach nur einem Jahr im Oberhaus wieder der Abstieg. Noch setzt man am Tivoli auf das Prinzip Hoffnung, denn der TSV Hartberg ist weiterhin in Griffweite.

"Wir sind immer noch da, alles ist noch möglich. Wir müssen einfach an uns glauben", sagte Frontmann Zlatko Dedic, der zunächst wieder auf der Bank hatte Platz nehmen müssen. Die vierte Niederlage in Serie, noch dazu vor trauriger Heim-Kulisse (2782 zahlende Zuschauer), konnte aber auch der Stürmer-Routiner später nicht verhindern.

"Es hilft nichts, wenn wir jetzt anfangen, uns selbst leidzutun, oder aufgeben", meinte Trainer Thomas Grumser. "Jetzt geht es darum, dass wir noch eine Spur enger zusammenrücken. Und die Überzeugung herbringen, dass wir es schaffen können." Dabei ist die Bilanz unter seiner Leitung desaströs: In den sieben Spielen seit der Ablöse von Karl Daxbacher hat Wacker sechs Niederlagen kassiert.

Doch so düster sahen die Verantwortlichen die Lage am Dienstagabend nicht. "Wenn wir so auftreten wie heute in der ersten Halbzeit, können wir demnächst auch das Glück erzwingen", meinte Grumser, während Alfred Hörtnagl nach wie vor "ganz fest" an den Turnaround glaubt. "Weil wir trotz dieser Niederlage knapp dabei sind. Wir versuchen, nach außen ruhig zu bleiben", meinte der Sport-Geschäftsführer.

Hörtnagl hatte nach einer ansprechenden ersten Hälfte ein fast euphorisches Halbzeit-Fazit gezogen. "So wie wir heute auftreten, so wollen wir Fußball spielen", hatte er gegenüber "Sky" gemeint. Er sollte seine Meinung grundlegend revidieren müssen. Denn noch einem Eckball-Gegentreffer zerfiel Wacker innerhalb von 13 Minuten komplett und fing sich noch drei Tore. "Wenn man im Abstiegskampf drinnen ist, dann fehlt manchmal auch das Quäntchen Glück, das man braucht. Wir werden weiter versuchen zu beißen, näher zusammenzurücken, richtig an diese erste Halbzeit anzuschließen und das Glück auf unsere Seite zu ziehen. Das kann man nur, wenn man als Einheit auftritt", meinte Hörtnagl im Anschluss.

Derzeit fehlen dem Klub zwei Zähler zum rettenden Ufer Hartberg, das seine Negativbilanz beim 2:4 gegen Rapid ebenfalls prolongierte. Die Admira liegt fünf Runden vor Schluss sechs Punkte vor den Tirolern. Für Wacker zeichnet sich ein Showdown im Heimspiel gegen Hartberg in der übernächsten Runde ab.

Dabei waren die Steirer im Herbst noch das Überraschungsteam der Liga und sind im Februar nur knapp an der Meisterrunde gescheitert - nun muss man sich plötzlich nach unten orientieren. Noch bewahrt Trainer Markus Schopp aber Ruhe, ihn wurmten vor allem angeblich vermeidbare Fehler vor den Toren der Hütteldorfer. "Wenn es gelingt, diese einfachen Fehler abzustellen, sind die Chancen auf den Klassenerhalt voll intakt", betonte der Ex-ÖFB-Teamkicker. "Die Mannschaft hat aber gezeigt, was sie spielerisch draufhaut. Es hat sich heute gezeigt, dass der Kader gut ist."

Ein Drama-Finish dürfte sich Altach dank geglücktem Trainerwechsel und einer Leistungssteigerung in der zweiten Dienstag-Hälfte bereits erspart haben. Die unter Alex Pastoor weiter ungeschlagenen Vorarlberger, die am Tivoli "nur dank Tormann Martin Kobras" (Pastoor) mit 0:0 in die Pause gingen, schafften einen Neun-Punkte-Polster zwischen sich und den Letzten. Noch verbat Pastoor sich und seiner Truppe den Blick auf die Tabelle. "Von der Attitüde her soll sich da nichts ändern. Wir sollen und müssen noch fünf Endspiele spielen."