Salzburg-Coach Marco Rose hat am Wochenende das Double im Auge. - © apa/Krugfoto
Salzburg-Coach Marco Rose hat am Wochenende das Double im Auge. - © apa/Krugfoto

Wien. (rel) Dieser Zug ist wohl abgefahren - und Red Bull Salzburg zurück auf dem Double-Thron im österreichischen Fußball. Nach einem Jahr Pause hatte sich der amtierende Meister am Mittwoch mit einem 2:0-Finalsieg gegen Rapid in Klagenfurt den ÖFB-Cup-Pokal zurückgeholt. Der Grundstein für den sechsten Ligatitel in Folge ist indessen schon lang gelegt, und die Salzburger können bei vier "Matchbällen" in den ausstehenden Runden bereits den Sekt einkühlen. Am Sonntag wartet nach dem 1:2 beim WAC auswärts gegen die Austria (17 Uhr) schon die nächste Chance, die Titelentscheidung zu erzwingen. "Wir wollen unbedingt das Double holen, erst dann ist es eine runde Geschichte", betonte Sportchef Christoph Freund am Freitag. Es wäre wie erwähnt das sechste in der Klubgeschichte, mit dem man mit Rapid gleichziehen würde - und außerdem ein würdiges Abschiedsgeschenk für Coach Marco Rose, den es ja nach Mönchengladbach zieht. Der deutsche Bundesligist liegt in der Tabelle auf dem guten fünften Rang, eine Chance auf den Titel gibt es nicht. Wie aber sieht das Titelrennen in Deutschland und im Rest Europa aus?

Deutschland: Während also die Salzburger in Österreich alle Trümpfe in der Hand haben, geht in der deutschen Bundesliga das Kopf-an-Kopf-Rennen in die Verlängerung. Vor allem Tabellenleader Bayern München will im Saisonfinish nicht noch einmal unnötig Zähler liegen lassen. "Es geht um alles. Wir wollen und müssen gewinnen, wissen aber auch, dass Hannover die letzte Chance hat", meinte Coach Niko Kovač vor dem Heimspiel am Samstag gegen das Schlusslicht (15.30 Uhr).

Vor der drittletzten Prüfung in der Meisterschaft haben die gegen Nachzügler Nürnberg zuletzt nur 1:1 spielenden Münchner zwei Zähler Vorsprung auf Borussia Dortmund und das klar bessere Torverhältnis. Die Dortmunder sind am Samstagabend im spannendsten Liga-Finish seit langem bei Werder Bremen zu Gast. Die Hanseaten spielen ihrerseits noch um die Chance auf einen Europacup-Startplatz. Aber auch Leipzig - derzeit auf Platz drei - will ungeachtet der bereits fixen Teilnahme an der Champions League alles geben und sich die rechnerische Möglichkeit auf den Titel erhalten. "Es ist zwar im Moment unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich", so Coach Ralf Rangnick.

England: Alles möglich ist auch in der englischen Premier League. Nach der in dieser Höhe nicht verdienten Abfuhr im Halbfinal-Hinspiel der Champions League beim FC Barcelona gilt es für Liverpool am Samstag (20.45 Uhr), die Titelchancen in der englischen Meisterschaft am Leben zu erhalten. Gegner im Fernduell mit Tabellenführer Manchester City ist ausgerechnet Newcastle mit Liverpools Ex-Trainer Rafael Benítez. Liverpool liegt hier zwei Runden vor Schluss einen Punkt hinter City. Gewinnen die Reds in Newcastle nicht, könnte der Titelverteidiger das Meisterstück mit einem Erfolg am Montag (21 Uhr) gegen Leicester City so gut wie perfekt machen. Die Tordifferenz ist bei den Citizens derzeit um vier Treffer besser als jene von Liverpool.