Seit Sonntag steht endgültig fest, dass Red Bull Salzburg fix in der Champions-League-Gruppenphase steht. Denn die beiden diesjährigen CL-Finalisten Liverpool und Tottenham haben sich via Premier League für die kommende Spielzeit der Königsklasse qualifiziert, Tottenham erst am letzten Spieltag mit einem 2:2 gegen Everton. Die UEFA-Regularien sehen vor, dass der in der maßgeblichen Fünfjahreswertung als Nummer elf gereihte Verband (Österreich) einen Fixplatz sicher hat, wenn sich der CL-Sieger auch via Liga qualifiziert.

Die Nachricht erreichte die Salzburger in der Halbzeitpause des Bundesliga-Spiels gegen den Lask. Der Serienmeister entschied den Schlager der 30. Runde gegen Fast-Vizemeister Lask mit 2:1 (2:0) für sich und blieb gegen den härtesten Saisonrivalen auch im vierten Duell unbesiegt. Der Vorsprung an der Tabellenspitze wurde dadurch zwei Runden vor Saisonende auf zwölf Punkte ausgebaut.

Der 18-jährige Erling Haaland (13.) traf zum ersten Mal in der Salzburger Dress, Fredrik Gulbrandsen (37.) legte noch vor der Pause das 2:0 nach. Den nach dem Seitenwechsel stark verbesserten Linzern gelang durch Gernot Trauner (49.) nur der Anschlusstreffer. Viel wichtiger als die Partie war für die "Bullen" am Sonntag aber der Blick auf einen Nebenschauplatz. Da sich Champions-League-Finalist Tottenham in der englischen Premier League in der letzten Runde erwartungsgemäß Rang vier sicherte, sind die Salzburger kommende Saison erstmals in der Red-Bull-Ära in der Gruppenphase der "Königsklasse" vertreten.

Offene Partie mit wenigen Chancen

Es entwickelte sich eine offene Partie, in der beide Teams den Weg nach vorne suchten. Chancen waren Mangelware, die Salzburger präsentierten sich hocheffizient. Der Grundstein für den Sieg wurde sehr früh gelegt. Patrick Farkas überlistete die auf Abseits spielende Linzer Abwehr mit einem 30-Meter-Pass, der bei Haaland landete und der Norweger behielt vor Lask-Goalie Alexander Schlager die Ruhe und schob ein. Beinahe wäre ihm ein Doppelschlag geglückt, sein zweiter Abschluss fiel aber zu schwach aus (15.). Unmittelbar nach dem einzigen gefährlichen Lask-Abschluss in Hälfte eins durch Philipp Wiesinger (36.) fiel das 2:0. Trauner wollte zurückköpfeln, bediente dabei aber ungewollt Gulbrandsen ideal, der den Ball gefühlvoll über Schlager hob.

Während sich die Spieler in den Stadionkatakomben auf die zweite Hälfte vorbereiteten, gab es für die Anhänger im Stadion die frohe Kunde aus England. Um den Anlass gebührend zu feiern, wurde die Champions-League-Hymne abgespielt. Die Meisterkicker, die erstmals in den neuen Trikots mit dem Stern für den zehnten Titel über dem Salzburg-Logo spielten, verschliefen den Start der zweiten Hälfte etwas, der Lask startete wie aus der Pistole geschossen. Eine Doppelchance von Thomas Goiginger und Wiesinger (46.) konnte nicht verwertet werden, ein Michorl-Schuss ging drüber (49.). Gleich darauf zappelt der Ball aber
nach einer vom völlig unbedrängten Trauner per Kopf verwerteten Michorl-Corner-Hereingabe im Netz.

Die Oberösterreicher waren in der Folge dem Ausgleich deutlich näher als Salzburg dem 3:1, fanden allerdings in Cican Stankovic ihren Meister. Der 26-Jährige konnte sich bei einem Michorl-Freistoß und noch besser beim Nachschuss von Trauner im Liegen mit einer Fußabwehr auszeichnen (80.). Unmittelbar danach fehlte bei einem Wostry-Kopfball nicht viel (81.). In der fünften Minute der Nachspielzeit konnte sich Stankovic noch einmal bei einem Trauner-Kopfball auszeichnen.

Auch dem Lask gelang es damit nicht, die imposante Heimserie der Salzburger zu beenden. Der Double-Sieger ist vor eigenem Publikum in Pflichtspielen schon 63 Partien (52 Siege, 11 Unentschieden) und in der Liga 43 Spiele in Folge unbesiegt. Beim 0:1 gegen die Admira am 27. November 2016 war Marco Rose noch nicht im Amt. Der Deutsche, der sich nach Saisonende in Richtung Borussia Mönchengladbach verabschiedet, könnte damit das Kunststück zuwege bringen, als erster Salzburg-Trainer ohne Heimniederlage zu bleiben.

Austria wahrt Europa-League-Fixticket

Die Austria hat die Chance auf das Europa-League-Fixticket in der Fußball-Bundesliga gewahrt. Die Wiener behielten am Sonntag in der 30. Runde bei Sturm Graz mit 3:1 die Oberhand und liegen als Fünfter weiter vier Punkte hinter dem drittplatzierten WAC. Sechs Punkte sind in den letzten beiden Runden noch zu vergeben. Die Grazer sind nur noch wegen des besseren Torverhältnisses vor der Austria.

Überragend im Dress der Wiener war Kapitän Alexander Grünwald, der einen Doppelpack (33., 57.) schnürte und den dritten Treffer von Christoph Monschein (85.) auch noch vorbereitete. Coach Robert Ibertsberger durfte sich damit über seinen zweiten Sieg in seiner jungen Amtszeit freuen, zwei der jüngsten drei Spiele wurden gewonnen. Für Sturm setzte es auch im vierten Heimspiel der Meistergruppe eine Niederlage. Der zu dem Zeitpunkt verdiente Führungstreffer von Otar Kiteishvili (29.) war die einzige Ausbeute.(apa)