Wien/Salzburg. (rel) Eines muss man dem neuen heimischen Bundesligamodus ja lassen: Für Spannung war und ist hier, zwei Runden vor Saisonende, mehr als gesorgt. Damit ist nicht nur der alte und neue Double-Meister Red Bull Salzburg gemeint, der es dank der Leistungen und Nicht-Leistungen von Ajax Amsterdam und Tottenham Hotspur nun doch ohne Qualifikationshürden in die Gruppenphase der Champions League geschafft hat. Es sind vor allem die noch zu vergebenden drei Plätze in der Europa League, die in der auslaufenden Bundesliga für Begehrlichkeiten sorgen.

Denn während der Linzer ASK als Zweiter der Meistergruppe fix in die Champions-League-Qualifikation eintreten wird, ringen auf den nachfolgenden Positionen der Meistergruppe gleich drei Mannschaften um Rang drei - und damit um den ersten und besten aller Europa-League-Plätze. Bester deswegen, weil sich der Tabellendritte aufgrund des zusätzlichen Cupsiegs von Salzburg einfach die Qualifikation spart und direkt in die Europa-League-Gruppenphase einsteigen kann. Aktuell die besten Karten auf das Ticket hat nach seinem 4:0-Kantersieg über den SKN St. Pölten vom Wochenende und einem damit verbundenen Vier-Punkte-Vorsprung der Wolfsberger AC. Aber auch wenn dieser Zug rechnerisch noch nicht ganz abgefahren ist, so wird es für die punktemäßig auf dem vierten Tabellenplatz liegenden Konkurrenten Sturm Graz und Austria recht schwer werden, um dem WAC das Direktticket noch zu entreißen. Beide werden sich mit der Qualifikation, die im Fall des Fünftplatzierten noch den Umweg über ein Play-off (samt Hin- und Rückspiel am 30. Mai und 2. Juni) mit dem Ersten der Qualifikationsgruppe erfordert, wohl begnügen müssen. So gesehen hat sogar noch St. Pölten, das drei Punkte hinter Sturm und Austria liegt, eine Chance.

Langwieriger wird die Mission Europacup freilich für den Tabellenersten der Qualifikationsgruppe, Rapid. Die Wiener müssen, bevor sie mit dem Fünftplatzierten des Oberhauses um den einzigen und letzten verbliebenen Europa-League-Qualifikationsplatz ringen können, noch im Unterhaus-Play-off am 28. Mai gegen den Zweiten Mattersburg antreten.

Matchball für den WAC

Bis dahin ist es noch Zeit, und Rapid kann sich auf die kommenden Play-offs vorbereiten. In der Meistergruppe könnte bereits am kommenden Sonntag die nächste Entscheidung fallen und die Austria den ersten "Matchball" des WAC im Rennen um Platz drei (und einen Europa-League-Gruppenplatz) abwehren. Mit nur einem Punkt in der Generali-Arena würden die Wiener auch einen direkten Konkurrenten ausschalten. Sturm Graz müsste nämlich dann zeitgleich gegen Meister Salzburg gewinnen, um in der letzten Runde beim WAC noch ein "Endspiel" zu bekommen. Es wird also tatsächlich spannend. Wer hätte das vor einem Jahr gedacht?