Manchester. Manchester City droht der Ausschluss aus der kommenden Champions League. Englands alter und neuer Meister ist bei einer Prüfung durch Europas Fußballverband offenbar durchgefallen, laut einem Bericht der "New York Times" soll die Uefa-Finanzkontrollbehörde die Empfehlung abgeben, City für mindestens eine Saison aus der Königsklasse auszuschließen. Es geht um Verstöße gegen das Financial Fair Play. Manchester City wies die Anschuldigungen als "völlig falsch" von sich und zeigte sich im Gegenzug irritiert über mögliche Indiskretionen seitens der Finanzkontrollbehörde.

Fakt ist, dass die Uefa, die den Fall vorerst nicht kommentieren wollte, im März Ermittlungen gegen City wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten eingeleitet hat. Dabei ging es um Vorwürfe gegen den Klub im Zuge einer Hacker-Attacke. So berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" im Rahmen der Football Leaks, City habe die Uefa getäuscht, um die Finanzregeln zu umgehen.

Citys Sponsoren aus Abu Dhabi sollen weniger Geld an den Klub überwiesen haben, als sie in den Verträgen angaben. Klub-Besitzer Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan soll über Jahre verschleierte Zahlungen getätigt haben.

Eine mögliche Sperre für die kommende Saison der Champions League ist aufgrund des zu erwartenden Einspruchs aber unwahrscheinlich, wie englische Medien meinten. City könnte noch bis vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ziehen. Deshalb könnte es auch noch dauern, bis die Uefa ihr Urteil vermeldet.

 Champions-League-Ziele verfehlt

Die von Pep Guardiola betreuten Citizens hatten sich erst Sonntag ihren sechsten englischen Meistertitel gesichert. In der Champions League läuft der Klub zum Ärgernis seiner Besitzer aus Abu Dhabi aber einem Erfolg hinterher. Heuer kam im Viertelfinale gegen Tottenham das Aus.

Die Causa bei der Uefa ist nur eine von insgesamt vier unterschiedlichen Untersuchungen, denen sich City derzeit stellen muss. Der Weltverband Fifa ermittelt aufgrund der verbotenen Verpflichtung von Minderjährigen, City droht eine Transfersperre. Die Premier League beschäftigt sich ebenfalls mit Ungereimtheiten, die im Zuge der Football Leaks aufgedeckt wurden. Englands Verband untersucht Vorwürfe, der Klub habe rund 230.000 Euro an einen Berater bezahlt, um den damals 14-jährigen Jadon Sancho von Watford zu verpflichten.

Schlechtes Licht auf Infantino

Die Uefa führte das Financial Fair Play (FFP) 2010 mit dem Ziel ein, Klubs zu einem vernünftigen Wirtschaften zu bewegen. Kernpunkt ist, dass Vereine nicht mehr Geld ausgeben, als sie erwirtschaften. Zuwendungen von Sponsoren müssen marktüblichen Charakter haben. Manchester City wurde 2014 im Zuge von Verfehlungen gegen das FFP bereits zu einer Strafzahlung von 49 Millionen Pfund verurteilt. Frankreichs in katarischem Besitz stehenden Meister Paris Saint-Germain ereilte dasselbe Schicksal.

Eine strengere Bestrafung soll laut einem "Spiegel"-Bericht der damalige Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino verhindert haben, indem er den Klubs beratend zur Seite stand. Der damals im Raum stehende Ausschluss aus der Champions League soll dadurch verhindert worden sein. Der nunmehrige Fifa-Chef ortet eine Diffamierungskampagne. "Es gibt nichts, wofür man sich schämen müsste", sagte Infantino über seine Verhandlungen mit den Klubs. Die Gespräche seien im Interesse der Uefa gewesen.