München. Man kann ja nicht gerade behaupten, die Marketing-Abteilung des FC Bayern München hätte es je mit einer besonders subtilen Note versucht. Bei der aktuellen Kampagne hat sie aber selbst für einen Verein, dessen Präsident eine Affinität zur Wurstfabrikation hat, ein bisschen gar tief in den Schmalztiegel gegriffen. Für 9,95 Euro kann man neuerdings den Thermobecher "Robbéry" samt Aufdruck von Franck Ribéry und Arjen Robben im Superhelden-Outfit erwerben, für 22,95 Euro ein Kinder-T-Shirt mit demselben Motiv, für 14,95 Euro ein paar Socken, auf denen - laut Homepage - "das Dreamteam Ribéry und Robben im Auftrag eines besseren Fußballs die Fußball-Welt rettet".

Kurzentschlossene können die Devotionalien, derer es freilich noch viel mehr gibt, beim letzten Bundesliga-Spiel am Samstag (15.30 Uhr) gegen Frankfurt erwerben, danach endet zwar sicherlich nicht der Verkauf, dafür aber die Ära der beiden Flügelspieler in München. Ein unwiderruflich letztes Mal werden sie gemeinsam in einem Pflichtspiel in der Allianz-Arena auftreten, ein letztes Mal wollen sie gemeinsam den Meisterteller stemmen. Durch das jüngste 0:0 gegen Leipzig wurde die Entscheidung, ob die Bayern oder doch die zwei Punkte dahinter liegenden Dortmunder den Titel holen, auf die allerletzte Runde vertagt. Danach steht am 25. Mai in Berlin nur noch das Cupfinale gegen die Leipziger auf dem Programm.

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Dass die Ära Ribérys und Robbens mit dem spannendsten Saisonfinale in Deutschland seit langem endet, passt ein bisschen auch zu den beiden, die einerseits für unzählige Erfolge, andererseits immer auch ein bisschen für das große Drama in München zuständig waren. Sei es die Affäre um eine minderjährige Prostituierte in Ribérys Anfangsjahren bei den Bayern oder gegen Ende der Dekadenz-Vorwurf wegen eines Videos, auf dem er sich ein vergoldetes Steak kredenzen lässt: Der FC Bayern und Ribéry verkörperten seit seiner Verpflichtung im Jahr 2007 stets das Vereinsmotto vom "Mia san mia" - und "mia" lassen "uns" durch nichts auseinanderdividieren. Genauso verhielt es sich zwischen Ribéry und Robben, der zwei Jahre später zu jenem Klub hinzustieß, der sich mehr und mehr zu einem Starensemble internationalen Formats entwickelte.

"Was wir erlebt haben,
ist etwas ganz Besonderes"

Freilich: Erfolg hatte man schon davor. Die Strahlkraft, die den FC Bayern zu jener globalen Marke machte, die er heute ist, kam aber zu einem großen Anteil auch im Sog der beiden Ausnahmekönner zustande, die die Gegner vom linken beziehungsweise rechten Flügel aus derart technisch raffiniert, zugleich flink und in blindem Verständnis in die Zange zu nehmen pflegten, wie man es in Deutschland bis dahin noch nicht gesehen hatte.