Doha. Beinahe wäre es im Trubel dieser ereignisreichen Woche untergegangen, doch in dieser endete nicht nur - womöglich - so manch politische Karriere, sondern auch die eines Großen im Fußball: Xavi Hernández bestritt sein letztes Spiel für Al Sadd in Katar.

Vier Jahre ist es nun her, dass der mittlerweile 39-Jährige den FC Barcelona verlassen hatte - und doch sind seine Verdienste in der katalanischen Metropole unvergessen. Acht Mal hatte er mit seinem Stammverein die spanische Liga gewonnen, vier Mal die Champions League.

Xavi war - neben Lionel Messi und Andrés Iniesta - die treibende Kraft jener Mannschaft, die Ende der Nuller-, Anfang der Zehnerjahre als stilprägend im internationalen Fußball galt. Wie kaum ein anderer verkörperte er das "Tiqui-Taca", jenes Kombinations- und Kurzpassstil, mit dem auch die spanische Nationalmannschaft die Europameistertitel 2008 und 2012 sowie den WM-Pokal 2010 holte.

Doch so unzweifelhaft seine Verdienste als Fußballer sind, so umstritten ist sein Engagement als Botschafter der von Vorwürfen der Korruption und Menschenrechtsverletzungen begleiteten WM 2022 in Katar. Erst vor einer Woche war Xavi bei der feierlichen Eröffnung des ersten WM-Stadions südlich der Hauptstadt Doha dabei, auch seine Trainerkarriere will er im Wüstenemirat beginnen. "Ich kann nicht gleich mit einem Ferrari oder Kreuzfahrtschiff beginnen, ich muss mit einem kleinen Boot, einem kleinen Auto anfangen", sagte Xavi bei seinem Abschied, anlässlich dessen ihm fifa.com eine Hommage mit dem Titel "Der Picasso des Fußballs malt Erinnerungen" widmete. Für die Zukunft ist aber eine Rückkehr in anderer Funktion nach Barcelona geplant.