Berlin. "Pure Gänsehaut" empfand Österreichs Legionär Robert Zulj, "einfach geil", fand es Trainer Urs Fischer. Und Klub-Präsident Dirk Zingler sprach angesichts der Tatsache, dass sich ein "40 Jahre lang gehegter Traum" an diesem Montagabend erfüllen sollte, von einem "komischen Gefühl". Tatsächlich war es für Union Berlin, den liebevollen Underdog aus Köpenick, für den es sich - in Anlehnung an einen Film des FC Vienna - immer nie ganz ausgegangen ist, beinahe unwirklich, als der erstmalige Aufstieg in die erste deutsche Bundesliga besiegelt war.

Ein 0:0 vor eigenem Publikum reichte der Mannschaft, bei der Zulj bis zur 90. Minute mitwirkte, Kapitän Christopher Trimmel aber gesperrt zusehen musste, um nach dem 2:2 im Hinspiel ins Oberhaus einzuziehen und Stuttgart in der Relegation in die Zweitklassigkeit zu stürzen.

Für die Eisernen, die ihrem Ruf mit viel Kampf (und auch etwas Glück) gerecht wurden, war es allerdings eine Zitterpartie. Denn trotz langer Überlegenheit beim Zweitligadritten wartete der Bundesliga-16. aus Stuttgart vergeblich auf das dringend benötigte Auswärtstor und muss wie schon 2016 und 1975 ins Unterhaus.

Das vermeintlich rettende 1:0 für die Schwaben durch einen Freistoß von Dennis Aogo (9.) hatte Schiedsrichter Christian Dingert nach Studium der Videobilder wegen einer Abseitsstellung aberkannt. Damit steht der VfB vor dem Neuaufbau in der zweiten Liga, Interimscoach Nico Willig soll wieder zur U19 zurückkehren, Tim Walter übernimmt für ihn.

Union schaffte es hingegen vor 22.012 Zuschauern als 56. Verein und fünfter Klub aus Berlin in die Bundesliga und startete mit Schlusspfiff die Party im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei. (art/apa)