Wien. Für gewöhnlich sind Veranstaltungen, die sich Kaderbekanntgaben nennen, keine allzu spannende Angelegenheit. Die Namen derjenigen, die das Vertrauen des Teamchefs genießen, werden verlesen, garniert mit der einen oder anderen erklärenden Bemerkung des Trainers. Selten sind Überraschungen dabei; je schwieriger die Aufgabe, desto seltener. Und schwierig ist die Aufgabe, die Österreichs Nationalmannschaft in den anstehenden EM-Qualifikationsspielen gegen Slowenien und Nordmazedonien am 7. beziehungsweise 10. Juni vor sich hat, allemal. Mit den beiden Niederlagen gegen Polen und Israel zu Qualifikationsbeginn ist die paneuropäische EM 2020 schon jetzt in weite Ferne gerückt.

Doch eine kleine Überraschung gab es dann doch, als Foda jene Mannschaft vorstellte, die möglichst sechs Punkte aus den beiden Begegnungen holen soll, will man nicht noch weiter ins Hintertreffen geraten: Defensivmann Albert Vallci von Red Bull Salzburg steht erstmals im Kader der Nationalmannschaft. Der 23-Jährige vom Double-Gewinner wurde in das 24-köpfige Aufgebot für die Partien in Klagenfurt beziehungsweise Skopje berufen. Vallci ist in der Defensive auf nahezu allen Positionen einsetzbar und hat eine bemerkenswerte Entwicklung hinter sich. Nachdem er im Vorjahr den Bundesliga-Aufstieg mit Wacker Innsbruck gefeiert hatte - in der kommenden Saison müssen die Tiroler wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten -, wechselte er erst im Winter zur besten Adresse in Österreichs Klub-Fußball - und kam dort auf Anhieb zu zwölf Einsätzen (zehn in der Bundesliga, je einem im Cup und der Europa League).

Da das ÖFB-Team gerade in der Verteidigung einige Ausfälle zu verkraften hat - unter anderem stehen Sevilla-Profi Maximilian Wöber, Lask-Kapitän Gernot Trauner und Watfords Sebastian Prödl nicht zur Verfügung, fiel die Wahl Fodas nun auf Vallci, der standardmäßig Innenverteidiger ist, aber auch anderswo einspringen kann. "Er hat in den letzten Wochen und Monaten einen guten Eindruck hinterlassen. Er hat sich das aufgrund der Leistungen verdient", sagt Foda.

"Überzeugt, dass wir das große Ziel noch erreichen"

Abseits dieser Personalie gibt es eine Rückkehr in das Team für Tormann Pavao Pervan vom VfL Wolfsburg, er nimmt den Platz von Rapid-Schlussmann Richard Strebinger ein. Im Torhüterbereich wird es beim am Sonntag beginnenden Lehrgang in Kärnten auch eine Neuerung im Betreuerstab geben. Robert Almer übernimmt von Josef Schicklgruber als Tormanntrainer. "Wir wollten uns in diesem Bereich breiter aufstellen, einen hauptberuflichen Torhütertrainer dazunehmen."

Am Wörthersee will Foda seine Schützlinge auf die bevorstehenden Aufgaben einschwören. Vorarbeit leistete er schon in diversen Anrufen. "Wir müssen bereit sein. Aber nach den Gesprächen bin ich der Überzeugung, dass wir das sind", betont der Coach. Slowenien und Nordmazedonien seien Mannschaften mit viel spielerischer Qualität. Mit Tempo, Dynamik und der nötigen Konzentration soll das Ruder in der EM-Qualifikation noch herumgerissen werden. "Wir müssen wieder Druck ausüben, müssen Stress auf den Gegner ausüben. Das werden die Schwerpunkte in dieser Woche sein", sagt Foda. "Ich bin überzeugt, dass wir das große Ziel noch erreichen können - die EM 2020." (art/apa)