Linz/Wien. Die Vertreter des Linzer ASK hatten leicht lachen. Sie mussten nicht einmal antreten und gehen dennoch als Sieger aus dem Europa-League-Finale zwischen Chelsea und Arsenal hervor. Freilich, die Trophäe holten im inner-Londoner Duell im fernen Baku die Blues (4:1). Für den österreichischen Vizemeister steht dadurch aber fest, dass er in der kommenden Saison fix in der Gruppenphase eines europäischen Bewerbs antreten darf. Als Teilnehmer der dritten Champions-League-Qualifikationsrunde winkt im Falle einer Niederlage der Umstieg in den zweithöchsten Bewerb, wo der WAC fix gesetzt ist. Austria Wien wiederum muss eine Qualifikationsrunde überstehen, um dort zu spielen, während Meister Salzburg das erste Mal in der Red-Bull-Ära den Sehnsuchtsort Champions-League-Gruppenphase erreicht hat.

Damit hat sich das Gedrängel um die Europacup-Startplätze für Österreichs Klubs gelichtet - nur ein Ticket ist noch zu vergeben. Um dieses duellieren sich heute und am Sonntag (jeweils 17 Uhr) in Wien beziehungsweise Graz Rapid und Sturm. Die Grün-Weißen haben sich die Chance darauf nach einem miserablen Herbst mit guten Leistungen in der Bundesliga-Qualifikationsgruppe sowie einem souveränen 2:0-Sieg über Mattersburg am Dienstag erarbeitet - und wollen nun trotz des dichten Terminplans nicht locker lassen. "Der Vorteil liegt bei Sturm, sie haben ein Spiel weniger", meint aber Rapid-Coach Dietmar Kühbauer.

Formschwache Grazer

Die Form hingegen weist Rapid als Favorit aus. Denn bei den Steirern zeigte die Kurve zuletzt nicht unbedingt nach oben. In zehn Partien der Meistergruppe wurden nur neun Punkte geholt. Vor allem der Rückfall nach der Pause bereitet Trainer Roman Mählich Kopfzerbrechen, schließlich hätte die Auswertung körperlicher Parameter ergeben, dass das Problem nicht im physischen Bereich liegt. "Die Statistik zeigt, dass wir gut vorbereitet in die Matches gehen. Aber wenn es wild wird und der Gegner den Druck erhöht, halten wir die Ordnung nicht und spielen die Konter zu überhastet", sagt Mählich.

Dennoch werde die Mannschaft alles daran setzen, "die Saison zu retten", wie er sagt. Jammern darüber, dass man "nachsitzen" müsse, lässt er nicht gelten. "Ich sehe das Spiel nicht als Strafe, sondern als Zuckerl." (art)