Graz/Horn/Ried. (apa/art) Wer bekommt den letzten Platz im Europacup, welcher jetzige Zweitligist einen im Fußball-Oberhaus? Es sind diese beiden richtungsweisenden Entscheidungen, die beim Saisonauskehr im heimischen Fußball noch für Spannungsmomente sorgen. Während Rapid im Bundesliga-Play-off am Sonntag (17 Uhr) gegen Sturm Graz auswärts ein 1:2 aufholen muss, kämpfen Wattens und Ried eine Etage darunter im Fernduell um den Zweitliga-Meistertitel.

Rapid-Coach Dietmar Kühbauer gibt sich nach der unglücklichen Niederlage im Heimspiel am Donnerstag keinen Illusionen hin, die vergangenen Tage, in denen man davor gegen Mattersburg bestehen musste, hätten ihre Spuren hinterlassen. "Wenn der Tank leer ist, ist er leer", meint der grün-weiße Coach. Die Hoffnung auf einen Aufstieg hat er trotzdem noch nicht aufgegeben, zumal es für seine Mannschaft diesmal drei und nicht wie vor dem Hinspiel zwei Tage Pause gibt. "Wir werden alles versuchen, um noch in den Europacup zu kommen, aber leichter ist es definitiv nicht geworden", vermutet Kühbauer. Auch Thomas Murg hat das internationale Ticket noch nicht abgeschrieben. "Ich traue uns durchaus zu, dass wir in Graz gewinnen können", meint der Flügelspieler. An der körperlichen Verfassung sollte eine mögliche Wende laut Murg nicht scheitern - er sah Rapid schon am Donnerstag physisch stärker als Sturm. "An der Kraft ist es nicht gelegen", sagt er.

Vorteil bei Wattens

Die letzten Kräfte mobilisieren will indessen auch Ried. Denn nur ein Pflichtsieg über den FC Juniors OÖ und ein Wattens-Ausrutscher beim Vorletzten Horn kann die Oberösterreicher im Bundesliga-Aufstiegskampf am Samstag (17 Uhr/Live-Konferenz ORF Sport+) noch retten. Die Trümpfe liegen vor der letzten Runde klar bei den Tirolern, die zwei Punkte Vorsprung haben, allerdings das schlechtere Torverhältnis aufweisen.

Vor drei Wochen noch war Ried dank einer Aufholjagd nach der Winterpause mit acht Siegen aus elf Spielen im Aufstiegskampf in der Pole Position. Dann kamen aber zwei Unentschieden gegen Lustenau und Klagenfurt, die Truppe von Trainer Gerald Baumgartner rutschte wieder hinter den Herbstmeister aus Tirol zurück. "Trotz tollem Frühjahr haben wir es nicht mehr selbst in der Hand", meint Baumgartner.

Dass Horn den Oberösterreichern im Falle eines Sieges Schützenhilfe leistet und Wattens zumindest ein Remis abringt, käme durchaus überraschend. In den Partien gegen die Top-Sechs-Teams holten die Niederösterreicher in der laufenden Saison nur zwei Punkte. Wattens, das als eigenständiger Klub bisher nur von 1968 bis 1971 im Oberhaus kickte, darf also berechtigte Hoffnungen hegen, am Samstagabend als Tiroler Nummer eins ins "Heilige Land" zurückzukehren. Wacker Innsbruck steht bereits seit vergangenem Wochenende als Bundesliga-Absteiger fest.

In der zweiten Liga wird es laut aktuellem Stand hingegen keinen Absteiger geben. Wiener Neustadt ist vorerst lizenzlos, durch Innsbrucks Abstieg aus der Bundesliga müssen die Wacker Amateure in die Regionalliga zurückkehren. Aus der Regionalliga Ost gibt es keinen Aufsteiger. Als künftige Zweitligisten stehen bereits der GAK und der FC Dornbirn fest.