Liverpool. Er kam, sah - und siegte nicht gleich. Doch nach dreieinhalb Jahren ist Jürgen Klopp mit dem FC Liverpool vorerst am Gipfel seiner Trainertätigkeit angekommen. Der 2:0-Sieg gegen Tottenham in der Champions League am Samstagabend in Madrid durch einen Elfmeter von Mo Salah und einen Treffer von Divock Origi brachte dem deutschen Coach nicht nur Lobeshymnen ein, sondern auch mehr oder weniger einen Treueeid seines Klubs. Laut der britischen Zeitung "The Guardian" hat der Abschluss eines Langzeitvertrags oberste Priorität für die Fenway Sports Group, in deren Besitz sich der FC Liverpool befindet. Der aktuelle Kontrakt des 51-Jährigen läuft bis Sommer 2022.

Die Erfolge des Deutschen haben freilich auch außerhalb Liverpools Begehrlichkeiten geweckt; Franz Beckenbauer etwa würde sich "nichts sehnlicher wünschen, als dass er eines Tages zum FC Bayern kommt", wie er der "Bild"-Zeitung sagte. Allerdings ist der ehemalige Borussia-Coach, der dem FC Bayern 2013 im Champions-League-Finale unterlegen war, in München für viele nur schwer vorstellbar.

Überhaupt: Klopp und die Finalspiele - das war eine jener Geschichten, die vor dem Champions-League-Endspiel für Gesprächsstoff gesorgt hatten. Sechs an der Zahl hatte er bewerbs-übergreifend hintereinander verloren, darunter jenes im Vorjahr in der Champions League gegen Real Madrid (1:3), ehe er nun zuschlug. Für Liverpool indessen war es der sechste Titel in Meistercup oder Champions League, der erste seit 2005.

Jürgen Klopp fühlte sich "in erster Linie erleichtert". - © APAWeb / Reuters, Phil Noble
Jürgen Klopp fühlte sich "in erster Linie erleichtert". - © APAWeb / Reuters, Phil Noble

Obwohl das Finale nicht als eines der besten der Geschichte in Erinnerung bleiben wird, fiel der Jubel frenetisch aus. "Liverpool herrscht wieder über Europa", titelte die Zeitung "Daily Mail". Bei der Siegesparade nach der Ankunft aus Madrid waren laut Angaben der Stadtverwaltung eine geschätzte halbe Million Menschen auf den Straßen.