Wien/Graz. (rel/apa) Eine Saison zum Vergessen ist am Sonntag für den SK Rapid in Graz zu Ende gegangen. Der Ärger über das verpasste Europacup-Ticket saß nach dem 1:0 im Liga-Play-off-Rückspiel am Sonntag gegen Sturm tief. Obwohl über beide Partien die bessere Elf, fehlte den dominanten Grün-Weißen am Ende ein Treffer, um nach drei mageren Jahren, wo man nur ein Mal international spielte, wieder den Anschluss zu finden. Zumindest ein Schuldiger an der Misere stand bereits am Abend fest: Referee Robert Schörgenhofer.

Weil der Vorarlberger ein klares Handspiel von Sturms Emeka Eze im Strafraum nicht als Elfmeter gewertet hatte, schäumte die grün-weiße Führung: "Ich wusste nicht, dass Sturm mit zwei Torhütern spielen durfte", sagte Trainer Dietmar Kühbauer. "Wir haben gegen zwölf Mann gespielt", meinte Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic. Das ändert aber nichts daran, dass Lukas Spendlhofers Eigentor (43.) am Sonntag der einzige Treffer der Wiener in Graz-Liebenau blieb. Rapid ist aber auch an sich selbst gescheitert. Fehlende Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse, dazu billige Gegentreffer beim 1:2 im Hinspiel. So hatte Kapitän Stefan Schwab angemerkt, dass das Duell um den Startplatz in der Europa-League-Qualifikation bereits in Hütteldorf verloren wurde. Coach Kühbauer hat die Saison indessen abgehakt und blickt wieder nach vorn. "Ich verspreche, wir werden stärker in die neue Saison zurückkommen", sagte er und will seine Elf zu mehr Verantwortung erziehen: "Für den einen oder anderen, der es nicht gebracht hat, wird die Luft dünner. Da wird es Veränderungen geben", so Kühbauer.

Payer geht, Mählich räumt auf

Zu einer Veränderung, die allerdings nichts mit dem kläglichen Saison-Abschneiden zu tun hat, kam es bereits: Wie Rapid am Montag mitteilte, wird Tormanntrainer Helge Payer seine Tätigkeiten zurücklegen und den Verein verlassen. Payer wolle seiner Familie in Zukunft mehr Zeit widmen, hieß es.

Während die Wiener an ihrem Comeback feilen, rätselt man bei Sturm Graz über die unverdienten Europacup-Lorbeeren. Nachdem das Play-off nur mit Minimalleistungen gewonnen werden konnte, setzte es am Sonntag Unmut von den Rängen, auch die Verabschiedung der Spieler von der Fankurve entfiel weitgehend. Die Profis zeigten Verständnis. "Wir müssen hinterfragen, wie es so weit kommen konnte, dass die Fans nicht mehr hinter uns stehen", erklärte Routinier Jakob Jantscher. "Ende gut, alles nicht gut", meinte auch Trainer Roman Mählich und kündigte an, den Kader im Sommer evaluieren zu wollen. "Wir wissen, wo wir ansetzen müssen."•