Klagenfurt. (may) So leicht werden sich die Slowenen diesmal nicht geschlagen geben. In Spiel zwei der Teamchef-Ära Franco Foda spazierte die österreichische Nationalmannschaft im März 2018 zu einem ungefährdeten 3:0 Erfolg - die Treffer in der Wörthersee-Arena besorgten David Alaba per Freistoß und Marko Arnautovic per Doppelpack. In aller Freundschaft, wie gesagt. Am Freitag (20.45 Uhr/ORFeins) - selber Ort, selber Gegner - wartet nun in Spiel drei der EM-Qualifikation die doppelte Pflicht auf die ÖFB-Auswahl: Pflichtspiel und Pflichtsieg. Denn nach dem völlig verkorksten Start ins Rennen um die Euro 2020 und vor dem Gastspiel in Nordmazedonien am Pfingstmontag helfen klarerweise nur drei Punkte weiter.

Weil die Stadt Wien das Ernst-Happel-Stadion anderweitig vergeben hatte, residiert die Foda-Elf seit Sonntag bei Traumwetter am Wörthersee. Kärnten ist eigentlich ein guter Boden für das Team - man denke nur an den mitreißenden 2:1-Erfolg über den damaligen Weltmeister Deutschland vor fast genau einem Jahr; oder an das 1:1-Remis gegen den Copa-América-Champion Uruguay anno 2014. Dass nun das kleine südliche Nachbarland - zuletzt 2010 WM-Teilnehmer - kein Stolperstein auf dem Weg zu den paneuropäischen Titelkämpfen sein darf, weiß auch Arnautovic: "Wir müssen Punkte holen, das steht außer Frage, und wir werden Punkte holen", kündigte der 79-fache ÖFB-Internationale (22 Tore) an. Zugleich warnt er auch vor der Elf des früheren GAK-Profis Matjaž Kek, die mit Atlético-Goalie Jan Oblak einen Weltklasse-Mann im Gehäuse stehen hat: "Die Slowenen haben eine sehr gute Mannschaft, wir müssen aufpassen und alles geben. Nur mit 100 Prozent hast du Chancen." Daher wolle er als Führungsspieler seinen Kollegen noch eine Extraportion Motivation mitgeben. "Am Freitag, bevor wir rausgehen, werde ich jedem klarmachen, dass das ein Quali-Match ist, dass es um etwas geht und dass es nichts Schöneres gibt, als bei einer EM dabei zu sein."

Deftige Worte könnten jedenfalls nicht schaden, wenn man an den peinlichen Auftritt im März beim 2:4 in Israel denkt. Die Niederlage in Haifa sei jedoch nicht nur auf eine schlechte Leistung der Österreicher, sondern auch auf mangelndes Spielglück zurückzuführen, betonte Arnautovic. "Viermal aufs Tor zu schießen und vier Tore zu machen, ist brutal, das gelingt wenigen Teams", meinte der West-Ham-Legionär, der von einer kolportierten Rückkehr zu Inter Mailand aktuell nichts wissen will.

Im Sommer wechseln könnte indes Hertha-Profi Valentino Lazaro: "Meine Zukunft ist offen, wobei ich mich in Berlin sehr wohlfühle. Jetzt habe ich noch zwei wichtige Spiele mit dem Nationalteam, dann wird man sehen, welche Möglichkeiten es gibt."

Die Schmach von Haifa liegt dem 21-fachen Internationalen (bisher ein Treffer) indes noch schwer im Magen. "Da war zu sehen, dass wir zu wenig Leader-Typen haben, die noch etwas bewegen können", kritisiert er nun im Teamcamp. Zugleich ergänzt er: "Wir haben wieder ein gutes Mannschaftsgefüge und hoffen, dass wir das auf dem Platz zeigen." Den Gegner am Freitag hält er zwar für gefährlich, aber "wir haben ein Stück mehr Qualität als Slowenien".