Bad Tatzmannsdorf. Leichte Antwort: Es war eine schwere Entscheidung. So in etwa umreißt Werner Gregoritsch die vergangenen Tage und Stunden, in denen der Teamchef der heimischen U21-Nationalmannschaft seinen vorläufigen 27-Mann-Kader für die EM-Endrunde ab 16. Juni auf 23 Spieler reduzieren musste. Diese werden - vorbehaltlich Änderungen, die bis zum Turnierstart aufgrund von Verletzungen oder Krankheiten noch möglich sind - Österreich bei dem Turnier in Italien erstmals auf dieser Bühne vertreten.

Aus dem Großaufgebot gestrichen wurden die Austria-Verteidiger Alexandar Borkovic und Petar Gluhakovic, Sturm-Mittelfeldspieler Michael Lema und Admira-Stürmer Patrick Schmidt, sie werden aber die weitere Vorbereitung mitmachen.

"Da geht es um junge Menschen, die großen Einsatz gezeigt haben und sich alle etwas erhofft haben", sagt Gregoritsch über die unangenehme Aufgabe der Kaderreduktion. Die angenehme komme nun: die von Vorfreude geprägte unmittelbare Vorbereitung auf das Turnier, in dem Österreich am 17. Juni auf Serbien, am 20. Juni auf Dänemark und zum krönenden Gruppenabschluss am 23. Juni auf Deutschland trifft. "Natürlich sind wir in dieser Gruppe Außenseiter, aber wir haben gezeigt, dass wir nicht mehr der Wunschgegner sind, als den uns viele vielleicht vorher gesehen haben", meint der Teamchef.

In den vergangenen Tagen waren er und das restliche Betreuerteam in Bad Tatzmannsdorf vorwiegend damit beschäftigt, die Spieler, die unterschiedlich lange bis gar keinen Urlaub hatten, durch individuelles Training auf ein ähnliches Level zu bekommen. "Wir haben viel im physischen Bereich gearbeitet", sagt Gregoritsch, für dessen Mannschaft es nun an den Feinschliff geht. Im Testspiel am Freitag (19 Uhr) in Unterschützen gegen eine Südburgenland-Auswahl ("Da ist immer Volksfeststimmung, weil sicher viele Leute aus der Region kommen") sollen noch unterschiedliche Varianten ausprobiert werden, ehe bei der EM-Generalprobe am Dienstag in Hartberg gegen Frankreich ein absoluter Härtetest wartet. "Da spielen Leute mit 80 Millionen Euro Marktwert - unvorstellbar", sagt Gregoritsch ehrfurchtsvoll. Andererseits: Mit der erstmaligen EM-Qualifikation hat Österreich eindrucksvoll untermauert, dass man im Konzert der Großen nicht nur dabei, sondern mittendrin sein will. "Es wird ein wunderbares Abenteuer."