Klagenfurt. Den Rechenschieber und die Was-wäre-wenn-Spielchen kann man sich schenken - aber nicht, weil die EM-Qualifikation mit Spieltag drei noch recht jung ist. Vielmehr sind es die beiden Auftaktniederlagen - 0:1 gegen Polen, 2:4 in Israel - die für Österreichs Fußball-Nationalmannschaft vor der Begegnung gegen Slowenien am Freitagabend (20.45 Uhr/ORF1) nur einen Rechenschluss zulassen: Ein Sieg und drei Punkte müssen her, sonst hat sich der Euro-Zug schon in Bewegung gesetzt, aber die Elf von Franco Foda ist noch nicht einmal am Bahnsteig angekommen. "Jeder weiß, worum es geht. Das Spiel hat einen gewissen Final-Charakter, es geht für beide um sehr viel", erklärte der Deutsche, der auch darauf hinwies, dass das südliche Nachbarland als direkter Konkurrent um die beiden Gruppe-G-Tickets mit zwei Punkten aus zwei Partien ebenfalls nicht vollends optimal gestartet sei.

Noch direkter wurde Kapitän Julian Baumgartlinger am Tag vor dem Match im Klagenfurter Wörthersee-Stadion. "Wir müssen gewinnen", sagte der Leverkusen-Legionär. Wobei diese Drucksituation für die in internationalen Ligen sowie im Europacup erprobten Spieler kein Problem darstellen sollte. "Es gehört zu unserem Job, damit umzugehen, egal ob im Nationalteam oder im Verein." Allerdings gab Baumgartlinger zu: "Die Spannung ist schon höher."

Die Schmach von Haifa Ende März war in den vergangenen Tagen Thema in der Vorbereitung - der Kapitän hofft auf einen Lerneffekt: "Wir müssen das analysieren und die Lehren daraus ziehen. Wir wissen, was wir in Zukunft besser machen müssen."

Der Teamchef ist trotz des Spieltermins am Ende einer langen Saison - am Pfingstmontag wartet Nordmazedonien - erfreut über Form und Einstellung seiner Akteure. "Die Mannschaft hat sehr aufmerksam und konzentriert im Training gearbeitet. Ich bin sehr positiv angetan von jedem einzelnen Spieler, alle ziehen gut mit." Nachsatz: "Entscheidend ist, was wir auf den Platz bringen." Bis auf den verletzten Florian Grillitsch kann der 53-Jährige aus dem Vollen schöpfen - vor allem der Angriff ist mit Marko Arnautovic, Guido Burgstaller und Michael Gregoritsch erstmals seit langem wieder komplett. Eine offensive Ausrichtung mit zwei Spitzen scheint wahrscheinlich. "Wir müssen unser Spiel durchziehen, mit viel Tempo und Dynamik nach vorne agieren und hinten kompakt stehen", so Foda.

Dass die Sache schiefgehen könnte und Foda womöglich gar nicht mehr nach Skopje reisen zu braucht, damit wollte sich der Ex-Sturm-Coach nicht befassen: "Ich bin überzeugt, dass wir ein gutes Spiel an den Tag legen werden und ich auch nach dem Match mit meinen Spielern zusammenarbeiten werde", so Foda.

Mit Oblak, ohne Kampl

Der große Star in Sloweniens Elf steht im Tor - Jan Oblak von Atlético Madrid gilt derzeit als einer der besten Keeper der Welt. Auch der mittlerweile für Saint-Etienne tätige Ex-Rapid-Stürmer Robert Beric zählt zum Kader - im Gegensatz zu Leipzigs Kevin Kampl. Der Ex-Salzburger erklärte seinen Rücktritt vom Nationalteam. Mit ihm lief es zuletzt auch nicht besser - seit acht Spielen wartet der WM-Teilnehmer von 2010 schon auf einen Sieg.