Prag. Er war Teil einer "goldenen Generation" seines Heimatlandes Bulgarien, neben Luis Figo Fan-Liebling bei Sporting Lissabon, ein Eck des "magischen Offensiv-Dreiecks" beim VfB Stuttgart und als Spieler sowie Trainer ein Wandervogel. Nachdem er glaubte, bei seinem Jugendverein Etar Weliko Tarnowo sesshaft geworden zu sein, hat Krassimir Balakov nun doch wieder eine andere Bestimmung gefunden - und eine Aufgabe übernommen, die vielleicht schwieriger ist als alles, das er zuvor in seiner Karriere erlebt hat: Er soll Bulgarien als Nationaltrainer nach 16 Jahren wieder einmal zu einer EM führen. Sein Debüt als Nachfolger von Petar Chubtschew, der nach zwei mageren Remis zum Start der Qualifikation seinen Rücktritt erklärt hat, gibt er am heutigen Freitag beim Gastspiel gegen Tschechien in Prag (20.45 Uhr/Dazn), die weiteren Gegner in Gruppe A sind der haushohe Favorit England, der mit zwei Siegen und einem Torverhältnis von 10:1 in die Qualifikation gestartet ist und heute spielfrei haben, Kosovo und Montenegro.

"Privileg und Verantwortung"

In Prag treffen damit zwei Mannschaften aufeinander, die beide noch immer ihren besten Zeiten nachtrauern. Im Fall Bulgariens war es jene, in der Balakov gemeinsam mit Hristo Stojtschkow und Co. gewirbelt und die Mannschaft bis ins WM-Halbfinale 1994 in den USA geführt hat.

 Obwohl beide internationale Stars waren und bei ihren Klubs auch danach noch große Erfolge erzielten, sollten sich die Hoffnungen auf weitere Höhenflüge des Nationalteams nicht erfüllen. 1996 kam bei der Europameisterschaft das Vorrunden-Aus, ebenso wie bei der WM 1998 und der EM 2004. Danach wurde Stojtschkow Teamchef - doch dabei auch nicht froh. Nun soll sein ehemaliger kongenialer Kollege das Staffelholz, das seit Stojtschkows Ende 2007 zehn Mal übergeben wurde, übernehmen. "Es ist ein Privileg und eine Verantwortung", sagt Balakov.

Als Spieler (hier 2002 für den VfB Stuttgart) war er legendär. - © APAWeb / afp
Als Spieler (hier 2002 für den VfB Stuttgart) war er legendär. - © APAWeb / afp