Hartberg. Gut gespielt, 3:1 gewonnen, viel Selbstvertrauen getankt: Die Generalprobe für die EM-Premiere am Montag in Italien gegen Serbien hätte für Österreichs U21-Fußball-Nationalteam kaum besser laufen können. Nach dem Erfolg gegen EM-Mitfavorit Frankreich am Dienstag in Hartberg heißt es für die Truppe von Teamchef Werner Gregoritsch vor allem, die Bodenständigkeit zu bewahren. "Der Trainer hat direkt nach dem Abpfiff gesagt: Jungs, jetzt nicht abheben. Ich glaube, dass wir da schon hingehört haben", sagte Doppel-Torschütze Hannes Wolf.

Der 20-Jährige profitierte während seines einstündigen Einsatzes von einem Tormannfehler und musste bei seinem zweiten Treffer nach Kalajdzic-Idealzuspiel den Ball nur noch ins Tor schieben. "Zwei Tore gegen Frankreich passieren nicht jeden Tag. Es fühlt sich sehr gut an", betonte der Neo-Leipziger. Nicht nur seine Vorstellung war stark, das gesamte Team hinterließ einen guten Eindruck. "Wir waren entschlossen, gut gerade gegen den Ball, haben die richtigen Mittel gefunden und gezeigt, dass wir mit den Großen mithalten und sie auch schlagen können. Das gibt uns schon Selbstvertrauen für die Aufgaben bei der EM", so Wolf.

Darauf hatte Gregoritsch trotz des hochkarätigen Gegners, dessen Marktwert höher als jener von Kroatiens A-Team - immerhin Vizeweltmeister - ist, gehofft. "Es war ganz wichtig, dass wir gegen die zweite Mannschaft des Weltmeisters souverän bestanden haben. Wir wollten gut umschalten, wir wollten Tore machen, das ist uns gelungen", resümierte der 61-Jährige. Vor allem die drei Treffer waren für ihn nach zuletzt oftmals mangelnder Effizienz sehr wichtig. "Wenn du gegen so einen Gegner drei Tore machst, zeigt das, dass wir zu Recht nach Italien fahren", sagte Gregoritsch.

"Super-Geschichte"

Viele Spieler drängten sich bei ihm auf, darunter neben Kalajdzic mit Husein Balic, der mit einem herrlichen Konter für den Endstand sorgte, auch ein zweiter Wechselspieler. "Das zeigt, welche Qualität in unserem Team steckt." Mit Xaver Schlager, Stefan Posch und Philipp Lienhart waren zudem drei A-Teamspieler noch nicht dabei. Das Trio wird am Freitag vor der Verabschiedung bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen zum Team stoßen.

"Ich glaube, dass gerade jetzt nicht die leichtesten Zeiten für den Bundespräsidenten sind. Er wird einige Termine haben, von dem her zeugt es von einer irrsinnigen Wertschätzung uns gegenüber. Das ist eine Super-Geschichte", sagte Tormann Alexander Schlager.

In die Präsidentschaftskanzlei geht es nach zwei freien Tagen. Gregoritsch nahm sich ein Beispiel an Titelverteidiger Deutschland, dessen Spieler vor der EM-Reise auch zwei freie Tage genießen dürfen. "Wenn man bedenkt, dass die Deutschen als Vorbild gelten bei Vorbereitungen oder Turnieren, wie sie da agieren, dann glaube ich, dass wir das recht gut gemacht haben", meinte der ÖFB-Coach. Die Spieler sollen nun noch ein bisschen Zeit mit ihren Familien verbringen, die Zeit soll vor dem Turnier nach zehn Tagen im Teamcamp für Abwechslung sorgen. "Wir werden schauen, so gut wie möglich die Köpfe freizubekommen", sagte Alexander Schlager. Ganz zur Seite wird man das Turnier aber nicht schieben können. "Die Vorfreude ist riesengroß, wir warten einfach nur darauf, endlich das erste Spiel bestreiten zu können", sagte der Goalie des Linzer ASK.

Am Montag (18.30 Uhr), dem insgesamt zweiten Spieltag, ist in Triest Serbien der erste EM-Gegner. "Wir müssen am Boden bleiben und schauen, dass wir dann am Punkt da sind. Am Montag ist ein neues Spiel, da werden die Karten neu gemischt", betonte Alexander Schlager. Das wusste auch Wolf: "Trotz allem dürfen wir das Spiel gegen Frankreich nicht überbewerten."

Offen ist, ob der am Oberschenkel verletzte Sandi Lovric die Reise nach Italien antreten wird. Im Falle eines Ausfalls wird wohl Petar Gluhakovic oder Michael Lema nachnominiert.