Zinédine Zidane, 1993 zu Gast in Österreich. - © Getty
Zinédine Zidane, 1993 zu Gast in Österreich. - © Getty

Wien. Im Nachhinein ist man immer klüger. Oder hätten sich die Herren Robert Früstük, Björn Wagner und Herbert Grassler an jenem grauen 26. März 1993 in der ebenso grauen Südstadt vor gewohnt schütterer Kulisse träumen lassen, dass sie nun eigentlich das Spiel ihres Lebens machten? Die drei Genannten im Dress der ÖFB-U21-Auswahl standen nämlich in der Qualifikation für die EM-Endrunde in Frankreich niemand Geringerem als dem späteren Welt- und Europameister, Champions-League-Sieger und Weltfußballer, Startrainer und Legende schlechthin gegenüber: Zinédine Zidane. Geniale Heldentaten vom damals 20-jährigen und noch vollmähnigen Zizou sind beim knappen 1:0-Erfolg über Österreich nicht überliefert, im Spielbericht ist lediglich ein Lattenschuss vermerkt - so wie eine gelbe Karte für Früstük.

Für das eingangs genannte ÖFB-Trio reichte es letztlich weder zur U21-EM-Endrunde (erst am Montag feiert die ÖFB-Nachwuchsauswahl gegen Serbien in Triest ihre Turnierpremiere), noch haben sie bleibende Spuren in Österreichs Fußball hinterlassen. Während Zidane seine Chance im U21-Trikot der Équipe Tricolore bekanntlich zu einer einzigartigen Kickerkarriere genutzt hat. Wobei: Den angestrebten Titel beim EM-Final-Four im eigenen Land hat der spätere Titelsammler verpasst, nachdem die Bleus im Halbfinale Italien im Elferschießen unterlegen waren. Und auch den Titel für den besten Spieler des Turniers sicherte sich ein anderer. Zum sogenannten "goldenen Spieler" wurde nämlich ein gewisser Luís Figo gewählt.

Rudi Völler, U21-Star anno 1982. - © Getty
Rudi Völler, U21-Star anno 1982. - © Getty

Der Portugiese war zum damaligen Zeitpunkt allerdings mehr als bloß ein hoffnungsvoller Jung-Star, hatte er doch sein Land 1991 beim ersten großen Auftritt der legendären "goldenen Generation" Portugals schon zum U20-WM-Titel geführt. Das sollte es dann allerdings auch schon gewesen sein mit den Team-Triumphen für ihn und seine langjährigen Mitstreiter wie Rui Costa und João Pinto - denn wie Zidane und Co. waren die Italiener im damaligen U21-Finale zu clever, und ein golden Goal sorgte in der Verlängerung für die Entscheidung. Mit insgesamt fünf Titeln stehen die Azzurri auch ganz oben in der U21-EM-Bestenliste.

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Von Völler über Suker und Cech bis Gnabry

Die Historie der U21-EM - 1972 erstmals ausgetragen (noch als U23-EM) - ist gespickt mit solchen Geschichten von blutjungen Nachwuchshoffnungen, die die internationale Bühne nutzten, um sich ins Rampenlicht zu spielen. So war es bei Rudi Völler 1982 nicht anders: Als 1860er-Jungspund empfahl er sich mit seinen U21-Auftritten für höhere Weihen in der DFB-Auswahl. Wiewohl das Finale (Hin- und Rückspiel) gegen England knapp verloren ging, wurde der spätere Weltmeister von 1990 und Champions-League-Gewinner 1993 (Marseille) zum goldenen Spieler erkoren.