Udine. (may) "Wir werden jetzt nicht aus allen Wolken fallen und groß feiern. Wir müssen schauen, sehr geerdet zu bleiben." Nach dem 2:0-Auftaktsieg bei der U21-EM gegen Serbien verordnete Teamchef Werner Gregoritsch seinen Spielern neben Lob vor allem eine Euphoriebremse. Schließlich ist der Sieg dann nichts wert, wenn im zweiten Gruppenspiel am Donnerstag gegen Dänemark (18.30 Uhr/ORF1) nicht entsprechend nachgelegt wird. Mindestens ein Remis wird gegen die Dänen nötig sein, um im abschließenden Gruppenspiel gegen Deutschland ein echtes Finale um den Aufstieg (Sonntag, 21Uhr) zu bekommen. Denn neben den drei Gruppensiegern steigt nur der beste Zweite ins Semifinale auf - und da hätte eine bessere Chancenverwertung gegen die Serben die Ausgangsposition sicher verbessert (Dänemark unterlag am Montagabend Deutschland mit 1:3). "Das Einzige, was man bemängeln kann, ist, dass wir drei oder vier Tore mehr machen müssen", meinte Gregoritsch denn auch nach dem Serbien-Match.

Auch aufgrund der schweren Verletzung von Torgarant Hannes Wolf - er erlitt einen Knöchelbruch und fällt mehrere Monate aus - gab es keine Feier nach dem Sieg. "Wir haben null Prozent Alkohol getrunken, nicht einmal angestoßen. Wir haben ein Ziel, da hat das nichts verloren", betonte Goalie Alexander Schlager. Im Gegensatz übrigens zu Titelverteidiger Deutschland, der nach dem Erfolg gegen Dänemark eine Poolparty ohne Trainer Stefan Kuntz veranstaltete.

Daran änderte auch der Umstand nichts, dass Maximilian Ullmann am Spieltag seinen 23. Geburtstag feierte. Ihm wurde immerhin nach der Partie eine Torte überreicht. Den Tag wird Ullmann jedenfalls lange nicht vergessen. "Erstes Spiel bei der U21, erster Sieg, mein Geburtstag, das ist schon eine perfekte Sache", meinte der Abwehrspieler am Tag danach.

ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel hofft, dass der Auftaktsieg eine Initialzündung für die U21-Elf war. "Ich habe schon ein paar so Turniere gesehen, das erste Spiel ist dabei immer der Schlüssel zu allem", sagte Schöttel. Auch die Spieler übten sich trotz der fast perfekten taktischen wie spielerischen Leistung gegen die höher eingeschätzten Serben in Bescheidenheit: "Wir müssen am Boden bleiben. Es warten noch extrem starke Gegner, wo wir wieder bei Null beginnen", sagte Sascha Horvath, der am Montag einer der besten Spieler auf dem Platz war und den 2:0-Endstand per Freistoß besorgte. Goalie Schlager sah die Ausgangslage vor dem Donnerstag-Duell mit den nun unter Erfolgsdruck stehenden, punktlosen Dänen wie vor der ersten Partie. "Wenn wir im nächsten Spiel nicht performen, können wir uns um diesen Sieg nichts kaufen", meinte der Lask-Tormann. Die Brust der ÖFB-Spieler ist nach dem zweiten Topergebnis nach dem Test-3:1 gegen Frankreich jedenfalls noch breiter geworden. "Wir haben gesehen, dass wir mit den Großen mitspielen können, natürlich stärkt das das Selbstvertrauen", so Horvath.

Wolf mit Gips nach Salzburg

Allerdings gilt es auch, einen emotionalen Tiefschlag zu verdauen: Denn Österreichs Premierentorschütze Wolf musste nach seinem erlittenen Bruch des rechten Außenknöchels bereits den Weg in die Heimat antreten. "Er hat im Spital einen Gips bekommen, die Nacht bei uns im Teamquartier verbracht und ist am Weg nach Salzburg", berichtete Sportdirektor Schöttel am Dienstag. Über die Art der Behandlung - ob Operation oder konservative Therapie - gibt es noch keine Informationen. "Die Ärzte werden aber ganz sicher die richtige Lösung finden", so Schöttel, der Vukasin Jovanovic beim Foul am Neo-Leipzig-Akteur keine Verletzungsabsicht unterstellen wollte. "Es war klar ein Foul, aber ich hätte nicht gesehen, dass er ihn unbedingt verletzten will. Es ist einfach sehr unglücklich verlaufen", meinte der 52-jährige Wiener. Der Ex-Rapidler bezeichnete den Gemütszustand des 20-Jährigen als "sehr niedergeschlagen": "Das ist sehr bitter für den Buben und einfach schade, weil ihn das einfach zurückwerfen wird."

Einen Karriereknick erwartet er aber nicht. "Er ist so professionell unterwegs, der wird mindestens so stark zurückkommen."