Triest. (rel) Die Chance lebt, die Aussichten sind aber alles andere als rosig: Nach der 1:3-Niederlage gegen Dänemark am Donnerstag wäre ein Aufstieg von Österreichs U21-Nationalmannschaft ins EM-Halbfinale eine ziemliche Überraschung. Mit Deutschland geht es am Sonntagabend (21 Uhr/ORF 1) in Udine nicht nur gegen den Titelverteidiger, sondern das bisher erfolgreichste Team des Turniers. Dem Auftakt-3:1 gegen Dänemark ließ die DFB-Truppe ein 6:1 gegen Serbien folgen. "Die Deutschen sind sich sicher, dass sie auch das dritte Spiel gewinnen. 6:1, 3:1, wir sind also mehr oder weniger Kanonenfutter für sie", meinte ÖFB-Trainer Werner Gregoritsch. Dies Szenario gelte es aber zu verhindern.

"Die Mannschaft muss jetzt auf den Platz gehen und zeigen, dass es nicht so leicht wird", sagte der Steirer. Tatsächlich ist der Lauf der Deutschen aus österreichischer Sicht durchaus besorgniserregend. Der Kantersieg gegen Serbien ist da ein gutes Beispiel. Zwar zeigten auch die Serben gute Ansätze in der Offensive, kamen jedoch nicht zu Chancen. In diesem Licht ist auch der Ehrentreffer von Andrija Živković (85.) zu sehen: Der gelang ihm nämlich nur im Finish per Foulelfer. (Ebenso wie übrigens den Dänen beim 1:3 am Montag.)

Zugegebenermaßen muss man sagen, dass die deutsche U21 ihren Fixplatz bei Europameisterschaften längst erobert hat. War man 2013 und 2015 in der Vorrunde beziehungsweise im Halbfinale gescheitert, zog man 2017 in Polen bereits ins EM-Finale ein - und bezwang hier Spanien. In Italien und San Marino wollen es die Deutschen erneut wissen, und tatsächlich agierten sie gegen Dänemark und Serbien sehr variabel, waren passsicher und kreativ. Die Gruppentabelle, wo der DFB mit sechs Punkten vor Österreich und Dänemark (je drei Zähler) führt, bestätigt das. Um das einkalkulierte Halbfinalticket (samt Startberechtigung für die Qualifikation bei Olympia 2020 in Tokio) zu lösen, genügt im letzten Spiel gegen Österreich schon ein Remis.

Statistisch gesehen sind da die Deutschen klarer Favorit. Die U21 ist seit 14 Spielen ungeschlagen (12 Siege, 2 Remis), die letzte Niederlage kassierten die Junioren im Oktober 2017 gegen Norwegen (1:3). Auch fielen beide Gegentore der deutschen U21 in dieser EM-Endrunde, wie erwähnt, vom Elfmeterpunkt. Weswegen auch am Sonntag im Stadio Friuli in Udine wieder viele Augen auf die DFB-Truppe gerichtet sein werden - allen voran auf Luca Waldschmidt, der gegen Serbien drei Mal getroffen hat und dessen Solo zum zwischenzeitlichen 2:0 mit Sicherheit den Weg in jeden Highlight-Clip dieser EM finden wird.