Kairo. Am 5. Juni klopften französische Polizisten in einem Pariser Luxushotel gegen die Zimmertüre von Ahmad Ahmad. Nur Minuten später wurde der aus Madagaskar stammende Präsident des afrikanischen Fußballverbandes CAF, seines Zeichens auch Stellvertreter von Fifa-Boss Gianni Infantino, zur Befragung mitgenommen. Der Auftrag dazu kam von der Staatsanwaltschaft in Marseille. Grund: Korruptionsverdacht. Auch wenn Ahmad kurze Zeit später auf freien Fuß gesetzt wurde und die Justiz von weiteren "strafrechtlichen Schritten" Abstand nahm, so blieb doch ein schaler Nachgeschmack. Zum einen für Ahamds Freund Infantino, der sich erst am Vortag als Fifa-Präsident bestätigen hatte lassen und nun um sein Image als "Saubermacher" bangte. Und zum anderen für den CAF, der zu dem Zeitpunkt - nur wenige Tage vor dem Anpfiff des 32. Afrika-Cups - alles, nur keine negativen Schlagzeilen brauchen konnte.

Für das Duo war klar: Das Turnier in Ägypten sollte als das sauberste, sicherste und auch längste in Afrikas Fußballgeschichte eingehen. Gleich 24 Teams (statt bisher 16) sollten in den Stadien für Begeisterung sorgen und die Nationen des Kontinents zusammenrücken lassen. Selbstverständlich geht es dabei auch ums Geld. Zahlen dazu, was der Afrika-Cup kostet und einbringt, lassen sich nur schwer beziffern. Allzu hoch dürften die verschobenen Summen allerdings nicht sein: Zum einen ist die Zahl der Großsponsoren, wie ein Blick auf die offizielle Turnierhomepage zeigt, recht überschaubar, und zum anderen werden die Spiele nicht via TV, sondern lediglich im Internet übertragen. Übermäßig hohe Werbegelder werden da nicht umgesetzt. Das gilt auch für die sechs bespielten Stadien in Kairo, Alexandria, Suez und Ismailia, die zwar zwischen 16.000 und 75.000 Sitzplätze fassen, jedoch, wie die erste Spielwoche gezeigt hat, unter Zuschauermangel leiden. Bei den Auftaktspielen waren die Ränge (mit Ausnahme der Eröffnungspartie am Freitag) nur zu einem Zehntel belegt. Das liegt nicht nur an den für afrikanische Verhältnisse hohen Ticketpreisen (ab zehn Euro), sondern auch an den Sicherheitsvorkehrungen. Jeder Schritt der Fans wird in Ägypten, das in den vergangenen Jahren wiederholt mit schweren Ausschreitungen in seinen Stadien zu kämpfen hatte, von Soldaten, Polizisten, Sicherheitsleuten und Anzugträgern der Staatssicherheit überwacht. Beim Eröffnungsspiel zwischen Ägypten und Simbabwe wurde der Stadionbereich bereits dreieinhalb Stunden vor Spielbeginn weiträumig gesperrt, Tickets waren nur im Vorfeld und online zu erwerben. "Jeder Besucher wird gescannt und kann verfolgt werden", ließen die Organisatoren ausrichten. Nicht gerade angenehme Rahmenbedingungen - vor allem in einer Militärdiktatur.