Rio de Janeiro. Brasiliens Fußball-Nationalteam hat am Sonntag zum neunten Mal den Titel bei der Copa America gewonnen. Die "Selecao" setzte sich im Heim-Endspiel im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro gegen Peru mit 3:1 (0:0) durch und behielt damit nach dem 5:0 in der Gruppenphase auch im zweiten Duell mit der "Blanquirroja" im Turnierverlauf die Oberhand. Für Brasilien war es der erste Copa-Triumph seit 2007.

Der in Brasilien tätige Everton (15.), Gabriel Jesus (45.+3) und Richarlison (90./Elfmeter) fixierten Brasiliens ersten Titelgewinn bei einem Großereignis seit 2007. Daran konnte auch die Ampelkarte für Jesus (70.) nichts ändern. Für die Peruaner war der zwischenzeitliche Ausgleich aus einem Handelfmeter von Paolo Guerrero (44.) - Brasiliens einziger Gegentreffer im Turnierverlauf - zu wenig.

 Spielstarke Offensive, disziplinierte Defensive

Die ohne den verletzten Superstar Neymar angetretenen Brasilianer  zeigten gegen kampfstarke Peruaner eine beeindruckende Leistung. Ihr schnelles Passspiel führten sie präzise und mit hoher Ballsicherheit aus.  An den Außenbahnen hatten sie mit Everton und Gabriel Jesus zwei enorm dribbelstarke Spieler, die mit ihren Solos immer wieder Löcher in die gegenerische Abwehr rissen. Und darüber hinaus auch an allen Toren beteiligt waren: So erzielte Everton das 1:0, nachdem Gariel Jesus die peruanische Abwehr mit einem Dribbling genarrt und so den Raum hatte, um eine präzise Flanke auf Everton zu schlagen. Für das 2:0 sorgte Gabriel Jesus mit einem Flachschuss vom Sechzehner selbst. Und auch den Elfmeter, durch den Brasilien das 3:1 erzielte, holte Everton heraus: Er hatte einem Peruaner den Ball durch die Beine gespielt, war so in den Strafraum eingedrungen und dort zu Fall gebracht worden.

Zu dieser spielerischen Klasse gesellten sich Zweikampfstärke und eine große Disziplin in der Defensive, die Trainer Tite der Mannschaft eingeimpft hat. Alle Feldspieler verrichteten viel Laufarbeit, sodass es Brasilien gelang, bei peruanischen Angriffen immer eine Überzahl an Spielern hinter den Ball zu bringen. Somit kam das Überraschungsteam dieser Copa trotz ambitionierter Leistung nur zu Halbchancen.

Für Peru war der Einzug in das Finale aber schon ein großer Erfolg. Brasilien wiederum hat nicht nur die Copa gewonnen. Nach Jahren der Krise klopft das Team wieder kräftig an der Weltspitze an. Spannend wird sein, was die künftige Rolle von Neymar sein soll. Denn gerade ohne ihren Starspieler schien das Team im Kollektiv stärker. (klh)