Für die NWSL, die National Women’s Soccer League, könnte ein eigener Hauptsponsor tatsächlich einen entscheidenden Turbo geben. Zwar war der Jubel auch bei den bisherigen Turnieren, in denen die US-Frauen geglänzt haben - vor diesem Titel hatten sie ihn schon 1991, 1999 sowie 2015 geholt -, groß; doch er verhallte meist auch schnell wieder, ehe er zu einer nachhaltigen Stärkung der nationalen Liga führen konnte. Zweimal ging der Versuch, eine überregionale Profiliga zu etablieren, schief, ehe erst 2013 die NWSL mit damals acht Teams gegründet worden war. Selbst Profispielerinnen fiel es lange Zeit schwer, vom Sport zu leben, dazu kamen schlechte Absicherung und mangelhafte infrastrukturelle Rahmenbedingungen, die sich nur langsam bessern.

Gratulant wider Willen

Doch Rapinoe, die selbst bei sieben Klubs auf drei Kontinenten gespielt hat und mittlerweile wieder bei Reign FC in Tacoma beheimatet ist, bleibt optimistisch, was die weitere Zukunft betrifft. "Als Spielerinnen haben wir alles unternommen, wir haben die unglaublichste Show geliefert, die man sich hätte wünschen können. Wir hätten nicht mehr tun können, um zu beeindrucken, um bessere Botschafterinnen zu sein", sagte sie nach dem Finale.

Die Botschaft drang sogar bis ins Weiße Haus vor, wo Präsident Donald Trump sich der Gratulantenschar anschloss - wenn auch nolens volens. Schließlich gelten Rapinoe und die meisten ihrer Mitstreiterinnen als scharfe Kritikerinnen Trumps. Die Stürmerin hatte sich schon vor Jahren den Hymnenprotesten gegen Polizeigewalt und Rassendiskriminierung angeschlossen - als erste weiße Athletin überhaupt. Sie sei zwar keiner Diskriminierung aufgrund ihrer Hautfarbe ausgesetzt, hatte sie damals gesagt, wolle aber auch nicht schweigen. Und: "Als homosexuelle Sportlerin weiß ich, dass die Flagge nicht die Freiheiten aller schützt." Zum traditionellen Empfang ins Weiße Haus wird sie daher wohl eher nicht gehen, das hat sie schon während der WM mit teils deftigen Worten angekündigt. Sie hat derzeit ohnehin anderes zu tun: Trophäen schlichten, beispielsweise.