Wien. Zum 125. Geburtstag hat sich die Vienna einen besonderen Gast eingeladen: Union Berlin kommt am Mittwoch für das Jubiläum auf die Hohe Warte, um Österreichs ältestem Fußballverein im Rahmen eines Freundschaftsspiels zu gratulieren (19 Uhr). Unter dem Motto "Tradition trifft auf Tradition" hat die Vienna das Spiel intensiv beworben, man rechnet mit bis zu 3000 Zuschauer. Rund 400 Fans von Union Berlin werden in Döbling erwartet. Bei den Blau-Gelben wurden eigens Jubiläumstrikots für das Spiel angefertigt. "Wir freuen uns auf einen stimmungsvollen Fußballabend und darauf, mit vielen Freunden auf den Geburtstag der Vienna anzustoßen", sagt Vienna-Vizepräsident Kurt Svoboda, der beim Hauptsponsor Uniqa Österreich im Vorstand sitzt.

An der Unterstützung des Versicherungsanbieters liegt es auch, dass die Vienna nach dem Insolvenzverfahren 2017 überhaupt noch den 125. Geburtstag erleben kann. "Nach den Turbulenzen der letzten Jahre ist es wirklich wunderbar, dass man das Jubiläum feiern darf", erklärt Vienna-Historiker und Aufsichtsratsmitglied Alexander Juraske. "Alle im Verein hoffen auf eine stabilere Zukunft. Unsere Geschichte zeigt, dass man sich als Anhänger nicht blenden lassen sollte." Dass Generalmanager Gerhard Krisch den Verein nun mit Ende Juli in "beiderseitigem Einverständnis" verlässt, hat aber alle im Vienna-Umfeld überrascht. Krisch hat sich in den Krisenjahren darum bemüht, den Verein wirtschaftlich am Leben zu erhalten. Der ehemalige Bankmanager wird sich nun beruflich umorientieren.

Freundschaftliches Wiedersehen in Wien

Für den geladenen Gegner aus Berlin stellt Döbling die letzte Etappe der Sommervorbereitung auf österreichischem Boden dar. Union hielt ihr Trainingslager in Windischgarsten in Oberösterreich ab, bestritten dabei Testspiele gegen Blau Weiß Linz und die SV Ried. Gegen die beiden Zweitligisten wurden jeweils 3:0-Siege eingefahren. Außerdem konnte der dänische Spitzenklub Bröndby mit 2:1 besiegt werden. Die Vienna kann sich auf einen übermächtigen Gegner einstellen, der seit Wochen auf einer Euphoriewelle schwimmt: Union Berlin schaffte in der Relegation der abgelaufenen Saison erstmals den Aufstieg in die erste Bundesliga, seitdem befindet sich der Klub mehr oder weniger in einem Ausnahmezustand.

Angeführt werden die "Eisernen" dabei von Christopher Trimmel. Der Burgenländer geht in seine sechste Saison bei Union und ist seit einem Jahr Kapitän. Das letzte Mal, als der Rechtsverteidiger auf die Vienna traf, liegt etwas mehr als zehn Jahre zurück. Im März 2009, damals noch in der Regionalliga Ost, gewann Trimmel mit den Rapid Amateuren 2:1 auf der Hohen Warte. "Die Vienna ist der absolute Traditionsverein in Österreich. Sie hat in Wien, egal ob du jetzt bei Rapid oder woanders spielst, einen sehr guten Namen", sagt Trimmel im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Am Mittwochabend wird er auf der Seite des Gegners auf drei ehemalige Rapid-Kollegen treffen.