Kairo. (rel) Der seit zwei Wochen laufende Afrika Cup geht am Mittwoch mit dem Spiel um Platz drei zwischen Nigeria und Tunesien in die Zielgerade. Dass beide Mannschaften den Sprung ins Endspiel, das am Freitag in Kairo zwischen Algerien und dem Senegal ausgespielt wird, nicht geschafft haben, war dabei auch auf Glücklosigkeit zurückzuführen. Tatsächlich waren ja beide Halbfinalspiele denkbar knapp ausgegangen: Während sich Nigeria nach einem Freistoßtreffer in der Schlussminute geschlagen geben musste, gab es im Parallelspiel zwischen dem Senegal und Tunesien nach 90 kämpferischen Minuten keinen Sieger - und man musste in die Verlängerung. Zumindest dafür, was da geboten wurde, lässt das Spiel um den dritten Platz am Mittwoch im Al-Salam-Stadion (21 Uhr) eine temporeiche Partie erwarten.

Grundsätzlich war ein Einzug Tunesiens in die Gruppe der besten vier so gar nicht zu erwarten gewesen. Schon die Gruppenphase hatten die Kicker aus dem Maghreb nur mit viel Ach und Krach überstanden, verbuchten am Ende nur drei Remis und zogen mit drei Punkten denkbar knapp als Gruppenzweiter in die K.o.-Phase ein. Nach dem knappen 6:5-Sieg im Elfmeterschießen gegen Ghana lieferten sie im Viertelfinale gegen den Außenseiter aus Madagaskar ihre beste Leistung ab und zogen mit einem klaren 3:0-Erfolg in das Halbfinale ein. Mit dem Senegal, der immerhin mit Champions-League-Gewinner Sadio Mané aufwarten konnte, wartete wieder eine schwierigere Aufgabe. Lange Zeit konnten sie die aktiveren Senegalesen von ihrem Tor fernhalten. Zudem ließ Senegal auch zuviel gute Chancen liegen. Am Ende war es eine ungefährliche Freistoßflanke, die in der Verlängerung unglücklich für die Entscheidung und zum 1:0-Endstand für Senegal sorgte.

Wie geölt lief es wiederum zunächst für Nigeria, das nach einer guten Gruppenphase auch in den K.o.-Spielen überzeugen und sogar den Titelverteidiger Kamerun aus dem Turnier werfen konnte. Mit Algerien trafen sie allerdings auf eine kampfstarke Truppe, die auch von Beginn an das Tempo bestimmte. Die Nigerianer bissen sich an der Defensive regelrecht die Zähne aus und mussten sich zudem vor den schnellen Kontern in Acht nehmen. Dabei hatte Nigeria die 1:0-Führung für Senegal durch ein Eigentor selbst zu verantworten. Erst nach dem 1:1 durch ein Handelfmeter wurde es zum Ende der zweiten Hälfte noch einmal hitziger und Algerien wurde noch einmal richtig gefährlich. Der Siegtreffer fiel durch einen Freistoß in der letzten Minute und Nigeria musste sich knapp mit 1:2 geschlagen geben.

Für das Spiel am Mittwoch bedeutet das, dass die Westafrikaner klar im Vorteil sind. Zwar hatten sich die Tunesier nach schwacher Leistung in der Gruppenphase in den K.o.-Spielen steigern und den Senegal im Halbfinalspiel vor ein paar Herausforderungen stellen können. Dennoch wurden sie hier nie wirklich gefährlich und die Verlängerung war eher der Unfähigkeit der Senegalesen geschuldet. Die Nigerianer stemmten sich dagegen solide gegen die Algerier und zeigten eine leidenschaftliche Partie. Allgemein hat Nigeria im gesamten Turnier die bessere Gesamtleistung gezeigt - und dürfte daher auch im Spiel um den dritten Platz gegen die Tunesier keine allzugroßen Probleme bekommen.

Statistisch liegt Tunesien vorn

Dennoch dürfen die Maghrebiner hoffen, haben sie doch zumindest statistisch gesehen die vermeintlich besseren Karten: In den vergangenen 35 Jahren standen sich Tunesien und Nigeria elfmal gegenüber, wobei Tunesien vier Duelle gewinnen konnte, Nigeria dagegen drei. Die jüngsten drei Begegnungen 2008 und 2016 endeten alle mit einem Remis.