Wien. Nicht nur für Sturms Nestor El Maestro soll die "gewisse Ungewissheit" vor der neuen Saison der Bundesliga im ÖFB-Cup ein wenig weichen. Von Freitag bis Sonntag proben die Erstligaklubs in den Erstrunden-Spielen gegen unterklassige Vertreter den Ernstfall. Die Grazer eröffnen am Freitag (17.30 Uhr) bei Regionalligist USK Anif die Duelle David gegen Goliath. Die Underdogs genießen Heimrecht.

Titelverteidiger Salzburg wiederum gastiert am Freitag (20.30/ ORF Sport +) beim in die Burgenlandliga abgestiegenen SC/ESV Parndorf. Es ist der erste Pflichtspiel-Auftritt von Neo-Coach Jesse Marsch. Der US-Amerikaner umriss die Ausgangslage für die Bundesligisten so: "Es ist so, dass die kleineren Teams alles reinwerfen, hoch motiviert sind und nichts zu verlieren haben. Auf diese Herausforderung müssen wir vorbereitet und ebenfalls bereit sein, alles zu geben." Neben den Verletzten Smail Prevljak, Albert Vallci (beide Sprunggelenk) und Alexander Walke (Knöchel) werden beim sechsfachen Cupsieger auch Sekou Koita und Diadie Samassekou fehlen, die nach ihren Einsätzen für Mali im Afrika-Cup nächste Woche wieder in Salzburg erwartet werden. Für Parndorf ist Salzburg das "Traumlos". Der Meister hat von den vergangenen 36 Cup-Spielen nur eines verloren: 2018 im Finale nach Verlängerung gegen Sturm.

Ein Blick in die Ergebnislisten zeigt, dass die kleinen Teams gegen die großen teilweise gut mithalten konnten und auch für die eine oder andere Sensation sorgten. So warfen Regionalliga-Vereine in den vergangenen zehn Saisonen in Runde eins insgesamt zehn Bundesligisten aus dem Bewerb. Unter den "Opfern" in dieser Dekade befanden sich die Admira (2018 in Neusiedl/See), der SKN St. Pölten (2017 bei Austria Klagenfurt), der WAC (2016 in Ebreichsdorf) oder auch der SK Rapid, der 2013 beim damaligen Regionalligisten LASK unterlag.

Auch Sturm blamierte sich in jüngster Zeit einmal in Kalsdorf (2006). Anif ärgerte die Steirer 2017 in der zweiten Cup-Runde, Philipp Zulechner traf erst in der 94. Minute zu Sturms 2:1-Sieg. El Maestro gab gar an, dass Sturm in Salzburg nicht klarer Favorit sei. "Wir sind die bessere Mannschaft, aber es ist kein Traumlos", sagte der 36-Jährige, um dann einzuschränken: "Wenn man aber weit kommen will, muss man die jeweiligen Gegner schlagen." Stefan Hierländer ist nach seiner Knie-Operation noch nicht einsatzbereit, Rückkehrer Thorsten Röcher plagten in den vergangenen Tagen muskuläre Probleme.

Am Wochenende steigen die übrigen Bundesligisten ins Geschehen ein. Cup-Rekordsieger Austria gastiert in Kärnten bei Landesligist ASKÖ Köttmannsdorf. Kapitän Alexander Grünwald wusste, warum der Bewerb für seinen wie auch andere Klubs eine große Bedeutung hat. "Der Cup bietet eine Chance, dass wir nach sechs Spielen etwas Großes erreichen können", sagte der Kärntner.

Hartberg tritt bei der von Toni Polster trainierten Wiener Viktoria an. Mattersburg gastiert im Burgenland-Vergleich in Pinkafeld und St. Pölten beim SV Gloggnitz. Ebenfalls am Samstag sind der WAC beim SAK Klagenfurt, der SCR Altach beim FC Kufstein, die Admira bei Edelweiß Linz und der Linzer ASK in Vöcklamarkt im Einsatz. Neo-Lask-Coach Valerien Ismael gibt hier sein Pflichtspiel-Debüt.

Rapid trauert Cup-Pleite nach

Rapid bestreitet dagegen eine von zwei Sonntag-Partien. Die in der Vorsaison im Finale gegen Salzburg unterlegenen Hütteldorfer sind beim SV Allerheiligen (17.15 Uhr/ORF1) gefordert. Coach Dietmar Kühbauer trauerte noch immer dem Verpassten nach. "Der Cup hat mich letztes Jahr schon getroffen, denn wir hätten Salzburg knacken können. Natürlich wollen wir im Cup wieder vorne dabei sein", sagte der Rapid-Trainer am Freitag.