Haugesund. (rel/apa) Eindhoven oder doch Basel? Viel wurde über Sturm Graz’ potenziellen Europa-League-Qualifikationsgegner in der dritten Runde spekuliert, und wie es aussieht, könnte derselbe nach dem 3:2 der Niederländer im Zweitrundenhinspiel am Dienstag in Eindhoven PSV heißen - wenn denn Sturm Graz seine Hausaufgaben macht und seinerseits den Aufstieg in die nächste Qualifikationsrunde schafft. Von der Stimmung her dürfte alles in Ordnung sein, jedenfalls waren die Steirer beim Antritt der Reise zum Zweitrundenhinspiel gegen FK Haugesund am Mittwoch zuversichtlich. Man will sich am Donnerstag (19 Uhr) in Norwegen eine gute Ausgangsposition für das Retourspiel verschaffen - und baut dabei auf den Schwung, den Trainer Nestor El Maestro ins Team gebracht hat.

Einer der Profiteure des Trainerwechsels ist Philipp Hosiner, der nun offenbar in der Stammformation gesetzt ist. Im Frühjahr war der Ex-Teamspieler unter Roman Mählich bereits auf dem Abstellgleis. "Aber ich habe mich immer professionell verhalten und denke, dass ich eine neue Chance verdient habe. Ich habe mit Sturm noch einiges vor", sagte der Angreifer. Die Aussichten auf künftige Erfolge seien laut Hosiner mit El Maestro durchaus rosig: "Der Trainer bringt eine absolute Siegermentalität mit. Er hat uns bereits in den Testspielen sehr gut vermittelt, dass es im Fußball nur ums Gewinnen geht und nichts anderes. Im Endeffekt ist es egal, wie man spielt", sagte der 30-Jährige. Immerhin: Das erste Pflichtspiel unter der Regie von El Maestro endete mit einem 4:1-Sieg in der ersten ÖFB-Cup-Runde gegen Anif. Der zweite Streich soll gegen Haugesund folgen, auch wenn Hosiner auf harte Gegenwehr eingestellt ist. "Wir müssen dagegenhalten, damit sie nicht ihre Stärken ausspielen können."

Geisterspiel, das keines ist

Auf den ersten Blick muss man die Stärken allerdings suchen. Die Norweger liegen in der nationalen Liga, die als Ganzjahresmeisterschaft ohne lange Sommerpause ausgetragen wird, nach 15 Partien an der achten Stelle. In der ersten Runde der Europa-League-Qualifikation wurde aber immerhin der nordirische Verein Cliftonville mit einem Gesamtscore von 6:1 souverän ausgeschaltet. Allzu große Furcht hält Sturm-Sportchef Günter Kreissl dennoch für unangebracht: "Haugesund hat den Vorteil, im Rhythmus zu sein, aber wir haben vielleicht ein bisschen mehr Waffen", sagte er. Dass die Grazer drei Tage vor dem Bundesliga-Start eine Europacup-Partie in Norwegen absolvieren müssen, ist für Kreissl kein Problem: "Das, was wir uns am Saisonende hart errangelt haben, liegt nun vor uns - ein europäisches Duell, und das ist immer ein Highlight."

Außergewöhnlich dürfte auch das Retourmatch in der kommenden Woche in Graz-Liebenau werden. Obwohl als Geisterspiel ausgewiesen, werden dennoch an die 1000 Zuschauer im Oval sitzen, weil Sturm von einer Uefa-Regel Gebrauch macht, wonach Jugendliche unter 14 Jahren ein solches Spiel besuchen dürfen. Die übrigen Fans müssen dann via TV die Daumen halten. Gegen Basel oder PSV wäre man wieder dabei.