Graz/Wien. Das erste Tor der neuen Saison zeigte gleich, das auch dieses Mal kein Weg an den Salzburgern vorbeiführen wird. Ein Fehlpass des Rapidlers Grahovac zum Salzburger Junuzovic, der schnell schaltet und Haland in Szene setzt. Der Norweger setzt sehenswert zum Dribbling an, hat die Übersicht und spielt auf Minamino, der im richtigen Moment startet und der Rapid-Abwehr enteilt. Den herausstürmenden Rapid-Goalie Strebinger bezwingt er mit einem Lupfer. Ein Spielzug, der zeigt, woran es bei Rapid schon lange hapert, und warum Meister Salzburg auch in dieser Saison kaum zu stoppen sein wird. In der 82. Minute umkurvt der Salzburger Okugawa noch den eingewechselten Rapid-Schlussmann Knoflach und schiebt seelenruhig aus spitzem Winkel ins Tor. Das 2:0 war auch der Endstand.

Am Sonntag (17 Uhr) gastiert zum Auftakt der Fußball-Bundesliga der SKN St. Pölten in der Merkur Arena - ein Heimerfolg für Sturm Graz ist nach der Europa-League-Pleite quasi Pflicht. "Ich hoffe, dass wir nicht dieselben Fehler machen", betont Neo-Coach Nestor El Maestro. Den Auftritt in Norwegen bezeichnete El Maestro als "enttäuschend, umso mehr als ich immer betone, dass in erster Linie die Ergebnisse zählen", sagt der 36-Jährige. Sein Fazit: "Die Mannschaft war bemüht, es haben aber Effizienz und Qualität gefehlt."

WAC: Gerhard Struber. - © APA/HERBERT PFARRHOFER
WAC: Gerhard Struber. - © APA/HERBERT PFARRHOFER

Den Sturm-Anhang bittet er "um Geduld und Verständnis in den nächsten Spielen", sagt El Maestro. "Ich weiß, was auf uns zukommt", meint er im Hinblick auf den Gegner, bei dem mit Alexander Schmidt ebenfalls ein neuer Mann auf der Trainerbank Platz nimmt. "St. Pölten hat Qualität, und es war für mich keine riesige Überraschung, dass sie im oberen Play-off gespielt haben", sagt El Maestro. An der Aufstellung werde sich im Vergleich zur Europa-League-Qualifikation kaum etwas verändern. "Grundsätzlich rotiere ich nicht, wenn man zweimal pro Woche spielen kann, ist das der schönste Rhythmus", sagt er. Noch nicht einsatzberechtigt ist der am Freitag verpflichtete albanische Mittelstürmer Bekim Balaj, den El Maestro mit Vorschusslorbeer bedenkt: "Ich bin für diesen Transfer dankbar, weil er ist mein Stürmertyp."

St. Pölten: A. Schmidt. - © APA/HERBERT PFARRHOFER
St. Pölten: A. Schmidt. - © APA/HERBERT PFARRHOFER

St. Pöltens Coach Schmidt glaubt nicht, dass Sturms magere Vorstellung im hohen Norden besondere Auswirkungen auf das Spiel haben wird.

Positive Bilanz

Wattens: Th. Silberberger. - © APA/HERBERT PFARRHOFER
Wattens: Th. Silberberger. - © APA/HERBERT PFARRHOFER

Immerhin kann man sich statistisch zugutehalten, den Vergleich der Vorsaison mit Sturm dank zwei Siegen, einem Remis und einer Niederlage (3:1 Tore) für sich entschieden zu haben.

Schmidt jedenfalls erhofft sich eine Steigerung gegenüber dem 2:1-Cupsieg in Gloggnitz. "Wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert", meint der 50-Jährige. Immerhin sei am Sonntag ein ganz anderes Spiel zu erwarten, "es werden sich nicht zehn Mann hinten reinstellen", betont Schmidt.

Mattersburg: F. Ponweiser. - © APA/HERBERT PFARRHOFER
Mattersburg: F. Ponweiser. - © APA/HERBERT PFARRHOFER

Zu seiner Mannschaft habe er Vertrauen. Das Oberste Sportgericht (CAS) in Lausanne hat am Donnerstag St. Pöltens Einspruch gegen die Transfersperre für zwei Perioden abgewiesen. "Die Breite ist nicht da, ich hoffe, wir bleiben von Verletzungen verschont", meint Schmidt.