Wien. Es gibt bessere Tage, um seinen Europa-Cup-Gegner zu erfahren. Denn ausgerechnet vor der Auslosung für die Play-off-Runde zur Europa League am heutigen Montag (ab 13.30 Uhr) herrscht in Wien Favoriten Krisenstimmung. Hatte man die Niederlage gegen WSG Tirol zum Auftakt der tipico-Bundesliga-Saison noch als Ausrutscher abgetan, hervorgerufen auch durch die Euphorie des Aufsteigers, ist die Zeit des Schönredens schon nach der zweiten Runde vorbei.

0:2 verlor die Austria gegen den Linzer ASK, dem damit die Generalprobe für die Champions-League-Qualifikation am Mittwoch gelang; damit haben die Wiener nach zwei Runden zwei Niederlagen zu Buche stehen, womit sie nur dank des (minimal) besseren Torverhältnisses von 1:6 vor Schlusslicht Admira an elfter Stelle stehen. Dass die Stimmung beim Erzrivalen Rapid nach dem 2:2 bei Dietmar Kühbauers Ex-Klub St. Pölten nicht viel besser ist, tut für die Austria nichts zur Sache. "Fakt ist, dass wir schleunigst eine Änderung brauchen", sagte Neo-Austria-Trainer Christian Ilzer, für dessen Mannschaft es Pfiffe gab.

Salzburg vor Chelsea-Besuch souverän

Keine Änderung gibt es im Vergleich zur Vorsaison auch bei Salzburg: Der Meister agierte auch in seinem zweiten Bundesliga-Spiel souverän, setzte sich gegen Mattersburg mit 4:1 durch und damit an die Tabellenspitze.

Die beiden Japaner Takumi Minamino (8.) und Masaya Okugawa (11.), schon beim 2:0 zum Auftakt gegen Rapid die Torschützen, sorgten früh für klare Verhältnisse. Minamino erzielte mit einem Flachschuss ins kurze Eck, seinem vierten Treffer innerhalb von neun Tagen, das 1:0. Okugawa, der einzige Neue in der Startelf, legte drei Minuten später per Kopf nach (11.).

Die fast 9000 Zuschauer sahen danach ein typisches Salzburg-Heimspiel. Die Gastgeber dominierten den Gegner nach Belieben, unterbanden mit Pressing einen gezielten Spielaufbau der Gegner und waren mit schnellem Kombinationsspiel immer wieder gefährlich.

Erling Haaland scheiterte zweimal per Kopf (31., 35.), in der 37. Minute nahm er ein Geschenk aber dankend an. Thorsten Mahrer traf im Zweikampf Okugawa zwar nicht, Schiedsrichter Andreas Heiß fiel aber auf die Schwalbe des Japaners herein und gab Elfmeter, den der 19-jährige Norweger verwertete.

Kurz nach der Pause erhöhte Patson Daka mit der Ferse nach Patzer von Mahrer auf 4:0 (50.), danach kamen aber auch die bis dahin offensiv abgemeldeten Burgenländer zu einem Erfolgserlebnis. Martin Pusic verwertete einen Foulelfmeter (54.). Im Finish wurde Salzburgs Zlatko Junuzovic mit Gelb-Rot ausgeschlossen (75.).

Salzburg prolongierte problemlos seine Heimserie und ist weiter seit 27. November 2016 (0:1 gegen die Admira) in Bewerbspielen in der Red-Bull-Arena ungeschlagen. Am Mittwoch (19 Uhr) wartet auf die Mannschaft von Jesse Marsch ein ganz anderes Kaliber, wenn der spanische Rekordmeister Real Madrid zu einem Testspiel zu Gast ist. (art/apa)