Lask-Trainer Valerien Ismael stellt sich auf "eine andere Intensität" der Basler ein. - © apa/expa/Eisenbauer
Lask-Trainer Valerien Ismael stellt sich auf "eine andere Intensität" der Basler ein. - © apa/expa/Eisenbauer

Linz. (rel) Linzer Stadion, 14. November 2012. Diesen Tag wird Marcel Koller - damals noch Coach der österreichischen Nationalelf - wohl nie vergessen. Wie er noch vor Anpfiff der Partie gegen die Elfenbeinküste über die offene Ostseite des Gugl-Ovals gewitzelt und sich gefragt hatte, ob denn die Kicker des Linzer ASK vielleicht "nach Mekka schauen" müssten. Und wie er dann sein blaues Wunder erlebte. Denn den Witz fanden viele gar nicht lustig, Österreich unterlag den Afrikanern glatt mit 0:3.

Am Dienstag (20.30 Uhr/ORF1) kehrt Koller nun an den Ort des Geschehens zurück. Diesmal allerdings als Trainer des FC Basel - und mit ordentlich viel Druck im Gepäck. Tatsächlich sind die Schweizer nach dem überraschenden 1:2 im Drittrunden-Hinspiel der Champions-League-Qualifikation vor einer Woche zum Siegen verdammt, zwei Tore sind in Linz unbedingt Pflicht. Sollte Basel aber auch diesmal nicht liefern und der Lask den Einzug ins Play-off schaffen, wird sich Koller wohl eine bessere Ausrede einfallen lassen müssen als nach dem 0:3-Teamdebakel von 2012: "Wenn ein Stadion offen ist, dann muss man damit rechnen, dass der Lärm und die Stimmung hinausgehen", hatte Koller damals trotzig gemeint.

Fix ist, dass ihn die Lask-Fans am Dienstag in dieser Angelegenheit wohl eines Besseren belehren werden: Die Partie ist bis auf den letzten der insgesamt 14.000 Plätze ausverkauft, der Gästesektor wird mit rund 500 Basel-Fans klar in der Minderheit sein. Viel Grund für die Linzer, am eigenen Selbstvertrauen zu zweifeln, gibt es auch so nicht. Fünf Siege in fünf Pflichtspielen und ein Torverhältnis von 14:3 sprechen eine deutliche Sprache. Erst am Samstag hatte man in der Bundesliga gegen die Admira wieder drei Punkte holen können.

Hoffen auf Konter

Auf die leichte Schulter will Lask-Coach Valerien Ismael das Spiel am Dienstag dennoch nicht nehmen. Er rechne jedenfalls, wie er am Montag erklärte, mit einem Gegner, der sich nicht mehr überraschen lassen wird. "Sie haben einfach nicht damit gerechnet, dass wir 90 Minuten pressen. Sie haben wohl gedacht, dass wir nach 20 Minuten müde werden", sagte der Trainer mit Blick auf das Hinspiel in Basel, warnte aber: "Das Überraschungsmoment ist nicht mehr da. Sie werden eine andere Intensität ins Spiel bringen und versuchen, so früh wie möglich das 1:0 zu machen." Wie sein Gegenrezept aussieht, wollte Ismael nicht verraten. Nur soviel: Nachdem Basel unter Zugzwang ist, werden sich Möglichkeiten für Konter ergeben, "wir werden viel mehr Räume bekommen, das liegt uns", meinte der Franzose. Eine zusätzliche Chance sieht er in Standardsituationen, schließlich sei auch das 1:0 in Basel nach einem Eckball gefallen. Wie auch immer, selbst bei durchschnittlicher Vorstellung würde dem Lask ein 0:0 oder 0:1 zum Weiterkommen (inklusive Fünf-Millionen-Euro-Scheck) reichen. Das Play-off gegen Club Brügge oder Dynamo Kiew wäre dann für den 20. beziehungsweise 28. August angesetzt.

So weit will Ismael freilich noch nicht denken. "Wir werden sicher nicht den Fehler machen, Basel zu unterschätzen", stellte der Trainer der Linzer klar. Und mit Blick auf die Fan-Unterstützung ergänzte er metaphorisch: "Das Stadion muss nicht brennen, sondern explodieren." Sein Gegenüber Marcel Koller wird sich also auf etwas gefasst machen müssen. Ein kleines Stoßgebet könnte da vielleicht nicht schaden.